Donnerstag, 29. Dezember 2011

À bientôt, Montréal! (1)

Draußen geht ein Schneesturm und es sind minus 20 Grad. Meine Zeit in Montréal ist vorbei und ich sitze schon im Bus nach New York, von wo aus ich morgen Nachmittag nach Düsseldorf fliege.

Es war eine tolle Zeit in einer facettenreichen Stadt. Das Leben im Winter ist hier ganz anders, als im Sommer. Kein Wunder, denn vor ein paar Monaten war es ja auch mehr als 50 Grad wärmer.

In den letzten Wochen habe ich viel für den GRE gelernt. Viel Mathe, aber auch viele nützliche Englischvokabeln. Ausgiebige Parties an den Wochenenden kamen trotzdem nicht zu kurz: party hard, study hard! ;) Einen Tag vor Weihnachten war es dann endlich so weit und ich war unglaublich erleichtert als ich es hinter mir hatte. Nebenbei standen nämlich auch fünf Klausuren auf dem Plan. Und so ging der Dezember sehr schnell vorbei.

In Erinnerung bleiben wird mir auf jeden Fall unsere kleine Hausparty, mit einer unglaublich betrunkenen Französin, einem US-Präsidentenkartenspiel und zwei kaputten Türen. Das hat Spaß gemacht!

Weihnachten war dann entsprechend entspannt. Fast alle, die ich kennen gelernt hatte, meine Mitbewohner und diejenigen, die ich schon aus Maastricht kannte waren schon nicht mehr in der Stadt. Tim (aus Maastricht) und ich, die Übriggebliebenen, schauten uns an Heiligabend ein Feuerwerk im alten Hafen an und gingen anschließend in den Gottesdienst in der Basilique Notre-Dame, einer der Hauptattraktionen der Stadt. Am nächsten Abend machten wir uns dann ein gemütliches Dinner, plus Wein und Star Wars. Ein solches Weihnachtsfest wollte ich schon immer mal erleben.

Ein schöner Abschluss für ein abwechslungsreiches Auslandssemester: ein wunderschöner Urlaub, eine neue Stadt und ein toller Sommer mit Julia im Juli und August. Heimischer Besuch von Kati und Helge, viele neue Leute, und ein verlängerter Festivalsommer im September. Ein bunter Indian Summer und ein abenteuerlicher Besuch in Kolumbien im Oktober. Viel besseres französisch, tolle Konzerte und Star Wars im November. Und schließlich Hausparties, Lernerei und ein wahrlich besinnliches und schneereiches Weihnachten im Dezember.

À bientôt, Montréal! Tu vas me manquer.

Sonntag, 18. Dezember 2011

Entonces que, Parcero?

Da bin ich mal wieder :)

Ich hatte in der letzen Zeit nicht viel Gelegenheit zu posten, da ich wirklich von der Aussenwelt abgeschnitten bin. Ich habe mein Ziel Salento erreicht und wohne in einem abgeschiedenen Hostel mitten in den Bergen zusammen mit einer sehr alternativen Community (angesagt ist: Yoga, Vegetarier-sein, Kiffen, Rituale mit Indigenen Schamanen) Ein weiterer Faktor, der mir sehr hilfreich dabei ist von der Welt abgeschiedenen zu sein, ist, dass ich mein Handy im Taxi in Medellin verlorenen habe. Ich aerger mich ueber mich selber und habe das Gefuehl ich werde es nie lernen meine sieben Sachen beieinander zu halten.

Fangen wir also in Medellin an: Es ist bisher mit Abstand die schoenste groessere Stadt Kolumbiens. Sie wirkt ein wenig aufgeraeumter und organisierter als alles andere was ich bisher gesehen habe. Es gibt eine U-Bahn, Taxameters und saubere Strassen. (Das ist allerdings sehr, sehr relativ zu sehen. Fuer jeden Menschen ohne Entwicklungslanderfahrungen waere es wahrscheinlich ein Drecksloch) Dieser Unterschied kommt wohl nicht zuletzt von der Bevoelkerung des departamentos Antioquia, den Paisas, die auch in Quindio, Rosalda und Caldas leben. Sie sind so ein bisschen die Deutschen Kolumbiens: Fleissig, sauber und durchstrukturiert.

Ich fange mal mit dem Spektakulaersten an, was ich in Medellin erlebt habe. Ein total unwirkliches Erlebnis! Das Tigre-Paw Hostel, in dem ich in Medellin residierte, hat eine Tour auf den Spuren von Pablo Escobar angeboten, DEM Drogenbaron Kolumbiens schlechthin. Wer seinen Wikipedia-Artikel liesst kommt sehr ins staunen. ("Das es sowas wirklich gibt?!") Wir sind also zu den verschiedenen Gebaeuden und Orten seines Wirkens in Medellin gefahren (Geheimversteck, Wohnhaus, Friedhof). Das besondere des ganzen war aber, dass inzwischen Pablo Escobars Bruder, Roberto Escobar, in seinem Haus wohnt. Wir standen also im Wohnzimmer Pablo Escobars, das gespickt ist mit Einschussloechern, und konnten uns von Roberto Fragen beantworten lassen. An der Wand hinter ihm hing das Wanted-Poster mit dem Kopfgeld, das auf die beiden Brueder ausgesetzt war: 10.000.000 US-Dollar. Und er vor uns in Lebensgroesse, allerdings fast blind und taub durch eine Autobombe. Unglaublich!

In Medellin ist unsere Gruppe auf 6 Mitglieder angewachsen: Alice, Dilara, Abelardo, Jorge und Andrea und wir sind alles zusammen zu einem Filmfestival in Santa Fe de Antioquia gefahren. Unsere Gruppe war sehr entspannt und wir hatten zwei schoene Tage dort mit interessanten Filmen und einer sehr ausgelassenen Stimmung in der Stadt.

Von dort habe ich mich dann am Sonntag endlich auf den Weg gemacht, um zu meinem Traumziel, der Zona Cafetera zu kommen. Hier habe ich in meinem Eco-Hostel eingecheckt und habe ein sehr nettes Maedchen mit Namen Ana aus Armenia kennengelernt. Die Haelfte der Tage habe ich die Umgebung Salentos kennengelernt (Cafe-Tour & Valle de Cocora) und den Rest der Tage war ich mit Ana die verschiedenen Sehenswuerdigkeiten von Armenia bestaunen (Parque de la Vida, das Mariposario und den Parque Nacional de Cafe). Was fuer eine enstpannte und gleuckliche Zeit! (oder in Paisa-Espaniol: Que Chimba!)

Ich hatte eine tolle Zeit in Salento und bin inzwischen wirklich im Reiserhythmus drinnen. Das macht soo viel Spass :)









Dienstag, 6. Dezember 2011

Je ne regrette rien

Das ist es jetzt also gewesen, mein Auslandssemester in Barranquilla. Ich glaube es wird sehr, sehr lange unvergesslich in meiner Erinnerung bleiben.

Weil Gibbi mir die Daumen gedrueckt hat sind die Klausuren ganz gut gelaufen. Ich habe alle Kurse ausser einem bestanden und bin sehr zufrieden mit meiner Leistung! Dafuer drueck ich dir zurueck die Daumen fuer deinen GRE-Test.

Der Abschied aus Barranquilla war ziemlich traurig und ich konnte mich nicht so gut von meiner zeitweiligen Heimat trennen. Ich habe dort doch viele Sachen sehr lieb gewonnen.

Inzwischen bin ich im kaelteren Klima in Medellin angekommen, was mir gut tut. Die Stadt ist sehr schoen und ganz anders als Barranquilla. Ich habe unter anderem gesehen: Die dicken Skulpturen Boteros, den Parque Arvi und die Spuren des Mafia-Bosses Pablo Escobar (wir haben uns doch tatsaechlich mit seinem Bruder unterhalten)

Entgegen allen Erwartungen habe ich schon Wegbekanntschaften gemacht und war in den letzten Tagen unterwegs mit: Alice, eine Anwaeltin aus Barranquilla, und Nick, ein Feuerwehrmann aus San Francisco.

Leider muss ich sagen, dass mir die Backpacker-Community ziemlich auf den Wecker geht und so ziemlich alle Vorurteile bestaetigt: Es sind viele Australier und Amerikaner unterwegs, die irgendwie den Sinn des Reisens nicht verstanden haben.

Positiv: Ich mache mich bald auf den Weg in die Zona Cafetera und will endlich nach Salento kommen, dem Paradies fuer jeden, der ein wenig zur Ruhe kommen will und Zeit fuer sich braucht.

Samstag, 12. November 2011

Meine letzten Wochen in der Uni

Nach der tollen Woche Urlaub mit Gibran, ist die Uni in den letztem 2 Wochen wieder weitergelaufen. Ich habe zurzeit Kardiologierotation im Krankenhaus Ninio Jesus, das gar nicht so weit weg von unsere Wohnung ist. Unsere Professorin ist sehr kompetent und macht eine verstaendliche Visite und guten Unterricht. Ich kann inzwischen eigentlich alles verstehen und nehme wirklich etwas fuer mein Studium mit. Das hat aber auch gedauert!
Jetzt bin ich auch viel mehr in der Uni und bei meinen Kommilitonen angekommen. Ich bin nicht mehr neu und verstehe die ganze Organisation viel besser. Jetzt sind es aber auch nur noch 3 Wochen. Naja so ist das oefter: Wenn man einmal richtig drinnen ist, dann ist es auch bald schon wieder vorbei.
Ich habe naechste Woche eine wichtige Praesentation, um meinen Antibiotikakurs zu bestehen und am 25. und 30. November sind meine Finals fuer Innere Medizin. Dafuer muss ich mich dann auf jeden Fall hinsetzen und lernen!



Am letzten Wochenende ist zufaellig ein Mainzer hier auf unsere Couch gecrasht und wir haben ein bisschen sightseeing gemacht. Christoph ist ein Freund von einem Komilitonen hier in der Uni, der nach Barranquilla gekommen ist um Leute zu besuchen, aber keine Unterkunft hatte. Zusammen haben wir eine coole Tour auf Motorraedern zum "Bocas de Cenisa" gemacht, der kleinen Landzunge zwischen dem karibischen Meer und dem Rio Magdalena, bevor er muendet. Das war wirklich eine tolle Tour und hat mir eine Seite von Barranquilla gezeigt, die ich so noch gar nicht kannte! Ausserdem waren wir noch im Museo del Caribe, das die Geschichte der karibischen Kueste von Kolumbien erzaehlt. Das Mueseum hat meine Erwartungen bei weitem uebertroffen. Besser als so manches deutsches Museum.

Am Montag war Feiertag und mein Mitbewohner Vincent, seine Freundin Paulina, Christoph, Dominik und ich haben uns zu einem nahegelegenen Vulkan aufgemacht auf dem man schlammbaden kann. Das Gefuehl im Schlamm zu sein war wirklich ein wenig seltsam, aber wir hatten sehr viel Spass zusammen. Danach konnte man sich im See direkt daneben sauber waschen! Leider sind die Schlammbilder von uns nicht auf meiner Kamera. Dafuer allerdings ein paar Kolumbianer, die sich den Spass gemacht haben verschlammt eine Runde auf dem Motorrad zu drehen. Bilder lade ich noch hoch!
Wir hatten den Weg nach Hause nicht so richtig geplant und haben es per Anhalter an der Strasse versucht. Das war nicht so von Erfolg gekroent und so sind Christoph und ich in das naechste Dorf mit einem Motorradfahrer gefahren und haben uns von einem alten Kolumbianer in seinem alten Renault bis zur naechsten Strasse, wo der Bus fuhr, fahren lassen. Dort haette uns fast eine Polizeistreife bis nach Barranquilla genommen, aber dann ist der Bus doch noch gekommen. Wieder so ein typisches Backpackererlebnis. Das macht schon viel Spass!

Gestern bin ich mit Dominik zusammen ins Stadion zum Laenderspiel gegen Venezuela gefahren. Zurzeit sind Weltmeisterschaftsqualifikationsspiele fuer Brasilien 2014. Ins Stadion passen 65.000 und das beinahe ausverkaufte Stadion war in das gelb der kolumbianischen Trikots getaucht. Tolle Stimmung!
Am Dienstag gehts hier gegen Argentinien und wir kommen in den Genuss Messi live zu sehen :)

Wie es der Zufall so will ist meine Cousine Inge naechste Woche hier an der Karibikkueste in Kolumbien unterwegs (wir hatten uns damals schon zufaelligerweise getroffen, als wir beide in Shanghai waren. Otti war allerdings damals noch mit dabei). Sie wird mit ihrer Freundin Annabel hier unter der Woche eintrudeln und wir werden ein bisschen die Gegend unsicher machen. Ich freu mich schon!

Ich bin gerade dabei zu packen, um mich uebers Wochenende auf nach Venezuela zu machen. Ich habe naemlich mein Studnetenvisum nur bis Ende November und da liegen auch meine Klausuren. Es sit schwer sich ein Touristenvisum hier in Barranquilla zu beantragen, am einfachsten ist es das Land zu verlassen und wieder einzureisen. Deshalb fahre ich jetzt nach Venezuela mit dem Ziel Coro. Ein Kolonialstaedtchen mit Nationalparks in der Naehe. Am Montag ist in Kolumbien Feiertag!

Liebe Gruesse nach Deutschland,
Berni



Achtung Ameisenbaer!!!

Donnerstag, 3. November 2011

Paradies, Strapazen & das große Ganze

Von Minca aus machten wir uns auf den Weg zum Parque Nacional Tayrona. Dort angekommen fing es stark an zu regnen und man sagte uns, dass das erst der Anfang sei und wir mit länger anhaltendem Regen rechnen sollten. Trotzdem entschieden wir uns erst einmal mit einem Kleinbus weiter hinein zu fahren und uns dann den zweistündigen Fußmarsch zu starten. Wir hatten Glück, denn der Regen lies nach. Allerdings war nun ein Großteil des Weges verschlammt. Wir kämpften uns also unter widrigen Bedingungen durch den Dschungel, über Felsen und durch das Wasser. Ab und zu lichtete sich der Wald und man hatte einen atemberaubenden Blick auf das Meer und entlang der Küste. Teilweise führte der Weg auch am Strand selbst vorbei, mit dem Dschungel und einem tollen Bergpanorama im Hintergrund. Wir waren noch mitten im Dschungel als es langsam dunkel wurde und wir nicht mehr sehen konnten welche exotischen Tiere (wie z.B. die "Schwein-Hase-Maus", die wir im Hellen entdeckten) und Pflanzen sich um uns herum befanden. Fragen wie "meinst du es gibt hier Schlangen?" und Antworten wie "wenn ich eine Schlange wäre, fänd' ich es hier nicht so schlecht" trugen zwar nicht gerade zur Beruhigung bei, aber wir meisterten auch diese haarige Situation und kamen schließlich - bis auf ein paar Kaktusstacheln in meinen Fingern - heil und vermatscht am Strand-Hostel an.

Wir schliefen in einer Hängematte auf einem Felsen, der sich inmitten einer wunderschönen Bucht befand. Am Horizont gewitterte es lautlos, nur die Wellen waren zu hören. Wir wurden vom Sonnenaufgang über dieser paradiesischen Umgebung des Meeres, des Sandstrands, der Felsen, der Palmen und des mit Regenwald bedeckten Gebirges geweckt und konnten unsere strapazierten Seelen bei einem Bad im Meer mal so richtig baumeln lassen. Von hier aus machten wir uns schließlich wieder auf den Weg nach Barranquilla. Drei wichtige Dinge kann ich nun aus Kolumbien mit nach Kanada bringen:

Erinnerung.
Wir erinnerten uns viel an unsere gemeinsame Zeit in der Schule. Schon witzig wie man die Schulzeit mit ein paar Jahren Abstand sieht. 

Erlebnis.
Die eine Woche in Kolumbien war ein großes Erlebnis für mich. Nicht nur, weil ich Berni in seiner Hood besucht habe, sondern vor allem wegen der atemberaubenden Natur im Kontrast zum Chaos und der Armut in der Stadt. Wie ich es erlebt habe wohnt Berni in einem etwas vom Rest der Gesellschaft isolierten Viertel, in dem es große Wohnhäuser, Zäune, Security-Guards und eine Shopping-Mall gibt. Andere Teile Barranquillas (die ich nur vom Bus aus gesehen habe) und die anderen Städte, in denen wir zusammen waren, zeigten mir die andere Seite Kolumbiens. Die Armut ist praktisch allgegenwärtig, es ist dreckig, die Infrastruktur funktioniert zwar, ist aber für europäische Verhältnisse sehr chaotisch. Die Einkommen in Kolumbien sind sehr ungleich verteilt - so ungleich wie nur in sehr wenigen anderen Ländern. Und trotz des Unbehagens, die diese Situation mit sich bringt, kann man sich in diesem Land sehr wohl fühlen. Der Regenwald, das Meer, und die ehrlich gemeinte Freundlichkeit der Menschen waren sehr bemerkenswert.

Aussicht.
Weil wir die ganze Zeit zu zweit unterwegs waren, hatten wir viel Zeit uns auszutauschen. Unsere Unterhaltungen waren besonderes wertvoll für mich, weil Berni und ich uns einerseits sehr gut kennen (und wir auch viele Dinge ähnlich sehen), uns aber andererseits nicht oft sehen. So konnte ich Abstand von meinem Alltag nehmen und alles mal wieder mit anderen Augen betrachten.


Zum Abschluss noch ein paar Bilder aus der letzten Woche:


























 Mehr Bilder könnt ihr hier sehen.

Sonntag, 30. Oktober 2011

Das ausgekluegelte Netzwerk der kolumbianischen Terrorstechmuecken

Es ist jetzt Sonntagmorgen und Gibbi und ich sitzen nach unserem Arepa-Fruehstueck in unserem malerischen Berghostel oberhalb von St.Marta in der Sierra Nevada. Das ist eins der allerschoensten Hostels in der Geschichte dieses Blogs: Umgeben vom Dschungel inkl. Kolibris&Kaffeepflanzen, Blick auf St.Marta mit karibischem Meer und Bergpanorama.

Aber zurueck zum Bootssteg vor 2 Tagen: Nach der 2-stuendigen Verzoegerung sind wir in unserer erstaunlich schnellen Nussschale aus dem Moloch an den karibischen Traumstrand Playa Blanca geduest. Dort kamen wir in der der Cabania von Hugo in 2 Haengematten, 15 Meter vom Strand entfernt, unter. Den Tag vergammelten wir am Strand und im badewanne-warmem Meer. Wir genossen eine Kokusnuss, Fisch mit Kokosreis&Patacones und liessen den Tag wie Piraten mit einer Flasche Rum ausklingen. Wir unterhielten uns noch bis spaet in die Nacht.

12 Stunden schliefen wir diese Nacht. Wir wachten mit lautem Wellenrauschen auf und schauten uns in unserer kleinen Huette um. Mindestens drei Tierarten hatten uns in der Nacht besucht: ein grosser Frosch, ein Krebs (die Spuren im Sand verrieten ihn) und die Urlaub machenden Strassenhunde. Per Moto-Taxi machten wir uns dann auf den Weg Richtung Cartagena. Die Fahrt fuehrte durch den Dschungel, durch riesige Matschpfuetzen und vorbei an kleinen Doerfern. Anschliessend stiegen wir wieder in eine Nussschale, um einen kleinen Kanal zu ueberqueren und fuhren dann von dort aus weiter mit dem Bus. So viele unterschiedliche Verkehrsmittel zu benutzen macht das Reisen zu einem abwechslungsreichen Erlebnis und ermoeglicht Kontakt mit den Kolumbianern.

Nachdem wir uns wegen der weiten Fahrt und den relativ hohen Kosten gegen einen Ausflug nach Medellin entschieden hatten, nahmen wir den Bus von Cartagena aus nach Santa Marta und kamen dort nachts in einem richtig tollen Hostel an. Am Morgen genossen wir den Kaffee auf der Terrasse und ein tolles Fruehstueck in der Bar.
Wir entschieden uns am morgen die Statue des Fussballgotts Carlos Valderrama am Stadion von Santa Marta zu besichtigen, der hier in Kolumbien als Nationalheld gefeiert wird. Die Haare wurden mit Metall-Federn angefertigt. Sehr lebensnah :)
Danach haben wir uns mit Verpflegung im Supermarkt "Exito" eingedeckt und sind ueber den Zentral markt von Santa Marta zum Ort an dem der Bus losfaehrt gelaufen. Auf dem Markt erfuhren wir die unterschiedlichsten Sinneseindruecke (nicht nur positive) und waren froh als wir uns auf den Weg ins idyllische Bergdorf Minca machen konnten.

Hier sind wir jetzt und planen gerade eine Tour zum Wasserfall!

Samstag, 29. Oktober 2011

This is SO going in my blog!

Wer es nicht gecheckt hat: Gibbi ist am Dienstag mit dem Flugzeug ueber Miami nach Kolumbien geflogen, damit wir hier eine Woche reisen koennen. Jetzt sind wir zusammen hier! Echt gut (ssccchhht)!
Leider hatte er 2 Stunden Verspaetung in Florida und dadurch musste ich laengere Zeit am Flughafen warten, die ich dazu nutzte die Horrornachrichten aus dem "el Heraldo" zu lesen. Dadurch hatte ich direkt ein paar nette Willkomensgeschichten fuer Gibbi.
Angekommen in der 88. Strasse zeigte Berni mir die Gegend, in der er wohnt und stellte mir seinen franzoesischen Mitbewohner vor. Wir kauften uns ein Bier am Kiosk und setzten uns auf die schotige Terrasse. Eine schoene Gegend mit Zaun, Security-Guard und Pool. Anschliessend sind wir mit dem Taxi zu einem Restaurant gefahren und haben mit seinem lokalen Freundeskreis den Geburtstag von seiner Madrina gefeiert. Bei einem weiteren Bier im gemuetlichen Wohnzimmer hatten wir endlich die Gelegenheit uns ueber unser Leben und die Welt auszutauschen.
Am naechsten Tag sind wir nicht zu frueh aufgestanden, weil Gibbi doch ziemlich fertig war von seiner langen Reise! Wir sind dann am spaeteren morgen meinen typischen weg zur Uni im Bus gefahren und haben uns mit Dominik dort getroffen, um unsereren alltaeglichen Saft in der Cafeteria zu trinken. Dann hab ich Gibbi noch den Campus gezeigt. Insbesondere war er von unserem Computerspiel-Raum (Zocker-Paradies) beeindruckt. Nach dem typischen "menu del dia" (Steak, Bohnen, Reis, Kochbanane) in der Mensa sind wir wieder nach Hause gefahren, weil wir am abend noch nach Cartagena weiterfahren wollten.
Ziemlich schnell wurde deutlich, dass es mit den Kolumbianern ein Verstaendigungsproblem auf Englisch gibt, weshalb ich eigentlich immer Uebersetzter spielen muss. Dadurch zieht Gibbi die Faeden eher im Hintergrund, chillig!
Nachdem wir die Stadt Carlos Valderramas hinter uns gelassen hatten, wurden wir im Bus visuell genoetigt "Predator" mit Arnold Schwarzenegger zu gucken. Irgendwann haben wir aufgehoert uns gegen den Film zu wehren und fieberten mit Arnie bis das Alien vernichtet war.
Auf der langen Fahrt vom Busbahnhof in die Innenstadt philosophierten wir ueber die kolumbianische Gesellschaft und entwickelten eine weitere Theorie: je waermer das Klima eines Landes ist, desto lethargischer ist dessen Bevoelkerung. Kolumbien ist jedenfalls sehr warm!
Angekommen am Stadtrand Cartagenas fielen uns besonders der stinkende Muell und die streunenden Strassenkoeter auf. In der Altstadt wurden wir aber durch die wunderschoenen Haeuser und Plaetze im Kolonialstil entschaedigt. In einer etwas dunkleren Ecke sprach uns jemand von der Seite an, was eigentlich nicht unueblich ist. Diesmal jedoch war es ein Polizist, der uns an die Wand stellte und auf gruendlich auf Drogen durchsuchte. Unser Geldversteck in der Hose konnten sie allerdings nicht finden! Zum Einschlafen lief uebrigens "Terminator" mit Arnold Schwarzenegger im Fernsehen :)
Am Donnerstag sind wir frueh aufgestanden, weil wir unbedingt den Tag an einem typischen karibischen Strand verbringen wollten. Der Taxifahrer lies uns am kleinen Anlegesteg fuer Einheimische raus, der stark vermuellt war und durch den gefangenen Fisch Voegelfamilien anlockt und daher zum Himmel stinkt. Leider legte das Schiff auch erst nach 2 Stunden ab (vorher sagte man uns eine halbe). Unterdessen vermeldete uns die Lokalzeitung, dass an eben jenem Steg am vorigen Tag ein Mann unter mysterioesen Umstaenden durch einen Elektroschock ums leben kam. Unschotig!
Jetzt muessen wir leider zum Busbahnhof, ohne bisher unser Ziel zu kennen. Von daher Forsetzung ueber Traumstraende, Pelikane und eine Dschungelfahrt im Mototaxi beim naechsten Mal!
Berni&Gibbi

Sonntag, 23. Oktober 2011

Montréal leuchtet hell

Montréal leuchtet hell. Auf dem Place des Arts sind etliche bewegliche Scheinwerfer aufgestellt, die eigenhändig bewegt werden können. Der Nachthimmel wird zur Bühne eines stillen Konzerts. Ein perfekter Kontrast zu dem gleißenden Licht in meiner Erinnerung von gestern Abend, als wir die überstandenen Klausuren auf der Party du mi-session gefeiert haben. Der pre-pre-Drink startete um 16 Uhr. Dreizehn Stunden später war ich frei, froh und fertig und schlief ein.

Meine Klausuren waren alle nicht besonders schwer. Und das obwohl ich hier viel weniger Zeit für die Uni aufbringe als in Maastricht. Jedenfalls ist mein Uni-Universalblock jetzt um einige wunderschöne Mindmaps reicher. Fast bei jeder neu angefangenen Mindmap denke ich wieder an den Pädagogikunterricht in der 9. Klasse, als man uns (Berni war auch in dem Kurs) verzweifelt versuchte das Anlegen von Mindmaps zu vermitteln. Wir zwei Überschlauen weigerten uns beharrlich. Eine tolle Zeit war das! ;)

Letzten Montag kam der Truthahn in den Ofen, denn es war Thanksgiving in Kanada. Zu zehnt aßen und tranken wir in Annas toller WG (inklusive toller Aussicht vom Balkon über Montréals Dächer). Ich war für das Dessert verantwortlich und präsentierte Melonenmilchshakes und Vanilleeis.

Aufgefallen ist mir in letzter Zeit, wie toll die Frankokanadier Deutschland finden. Viele verbrachten in Deutschland Urlaub, und einige auch mehrere Monate zum studieren. So trifft man eigentlich auf jeder Party jemanden der Deutsch spricht. Mit Mélissa (aus der Nähe von Ottawa, vor ein paar Wochen kennengelernt) ist die Kommunikation besonders cool, da dreisprachig.

Montréal leuchtet hell. Jeder Baum hat wieder eine andere Farbe, nur blau habe ich noch nicht gesehen. Es ist été indienne und wer es nicht selber sieht, der glaubt nicht wie rot Bäume werden können.

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Ich bin ja mal gespannt welche Überraschung Berni uns präsentieren wird! Hat er sich entschieden in Kolumbien zu bleiben und dort ein neues Leben anzufangen? Oder hat er die Knie-OP kurzerhand von seinen Komilitonen erledigen lassen?


Waschbären am Mont Royal.

 Indian summer!


Ausblick von der Uni.

 Unterwegs auf der Rue St. Denis.

 Hausgemachte Poutine.

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Vosch fuischte a la guajira?

Ein paar Eindruecke von unserer Reise auf die Halbinsel "La Guajira" an der Grenze zu Mexico und dem Ort Minca in der Naehe von St. Martha. Meine Studienfreundin aus Mainz Tatjana hat mich hier besucht und zusammen mit meinen Freunden von hier (Vincent, Dominik, Pilar) haben wir unsere freie halbe Woche hier genutzt. Besonders gut hat mir unsere Reisegruppe gefallen. Wir haben uns sehr gut verstanden und hatten sehr viel Spass zusammen.

Am Dienstag Nachmittag ist Tatjana bei mir angekommen und ich hab ihr ein bisschen Barranquilla und die Uni gezeigt. Am Mittwoch sind wir dann aufgebrochen und haben mal wieder Zwischenstation in der "Brisa Loca" in St. Martha gemacht. Der naechste Tag war wieder ein Reisetag bis wir endlich in Cabo la Vela auf der Halbinsel angekommen sind. Da diese Region Kolumbiens nicht sehr touristisch erschlossen ist, mussten wir in unterschiedlichsten Vehikeln und ueber mehrere Stationen reisen.
St.Marta - Riohacha: kaputter,stinkender Reisebus
Riohacha - Uribia: 6 Leute & 5 Rucksaecke im kleinen Auto auf holpriger Strasse
Uribia - Cabo la Vela: auf der Ladeflaeche eines kleinen Transporters mit vielen Wayuus (indigene Einwohner von la Guajira)
Das war mal wieder ein grosses Abenteuer! Am Strassenrand wurde waehrenddessen die Landschaft immer wuestenartiger und das Klima gleichbleibend warm aber viel trockener.
Auf der Karte sieht man im Westen Barranquilla, dann weiter im Osten St. Martha mit der Sierra Nevada und ganz im Osten ist die Halbinsel la Guajira.













In Cabo la Vela haben wir uns dann 3 Tage lang die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und hatten dabei eine traumhafte Unterkunft. Wir haben alle zusammen unter dem Vorbau einer kleinen Huette ungefaehr 15 Meter vom Wasser entfernt geschlafen. In einer Haengematte mit dem Geraeusch der Wellen einzuschlafen ist wirklich unvorstellbar schoen.

Auf diesem Gefaehrt haben wir die letzte Strecke bis Cabo la Vela hinter uns gebracht. Ganz dicht gedraengt mit den indigenen Einwohnern sassen wir auf der Ladeflaeche und es war cool ein wenig in Kontakt mit ihnen zu kommen. Wir sind am Ende sogar in die Nacht reingefahren und um uns herum wurde alles dunkel.

So sind wir morgens aufgewacht :)

















Von Cabo la Vela sind wir dann zurueck nach St. Martha gefahren, um in ein kleines Backpacker-Dorf in den Bergen von St. Martha zu fahren. Dort ist es sehr ruhig und durch das kuehlere Klima kann man sich ein wenig von der Hitze erholen. Am aller besten war allerdings unser hostel dort. Es lag etwas hoeher

in den Bergen in der Mitte des tropischen Waldes. Drumherum konnte man eine vielzahl von Pflanzen und Tieren entdecken, wie zum Beispiel Kolibris. Wirklich erstaunlich kleine Voegel! Es gab wieder Haengematten zum Schlafen und der Ausblick auf St. Martha in der Nacht war total schoen.

















Wie ihr seht geht es mir hier gut :) Diese Woche war ich wieder in der Universitaet und mir gefaellt meine Rotation RCP (Reanimation Cardiopulmonar) sehr gut.

Und uberigens: Naechste Woche gibt es auf diesem Blog eine grosse Ueberraschung!

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Awesome!! St. Marta und Parque Tayrona

Dieses Wochenende habe ich meine Drohung vom letzten Post wahr gemacht und habe mich zusammen mit Dominik in in den naechsten Bus nach Santa Marta gesetzt. Wir hatten einen unglaublich tollen Trip und haben uns die Stadt und den nahegelegenen Parque Tayrona angeguckt, in dem der karibische Traum Wirklichkeit ist!

Am letzten Donnerstag Nachmittag sind wir losgefahren und haben uns wie kleine Kinder gefreut, als wir die altbekannten Wege von Barranquilla endlich verlassen hatten. Mit dem Stadtbus sind wir bis zur weit entfernten Zentral-Busstation von Barranquilla gefahren, was allein mehr als eine Stunde gedauert hat, und ein Abenteuer fuer sich ist, da man durch den Sueden der Stadt faehrt und auf kolumbianische Weise reist. Von der Busstaion gibt es jede halbe Stunde eine Verbindung fuer 8 Euro (=20.000 Col. Pesos) nach Santa Marta. Dort sind wir in einem netten Hostel untergekommen und haben beim Abendessen Plaene fuer die naechsten Tage geschmiedet. Wir hatten beide Lust frueh am naechsten Morgen in den Parque Tayrona zu fahren und dort eine Nacht zu verbringen. Der Parque Tayrona ist eine der groessten Attraktionen Kolumbiens. Direkt an das Meer schliesst sich hier Regenwald an und nur 45km entfernt erhebt sich die Sierra Nevada de Santa Marta mit den beiden Gipfeln Pico Cristóbal Colón und Pico Simón Bolívar (ca 5700m). Der Park wurde nach einem Stamm der Indios benannt (Tayronas), wobei heutzutage immernoch 20.000 Indios in der Gegend leben. Das Gebirge dient leider immernoch viel als Anbautgebiet fuer Kaffee, Marihuana und Kokain und Teile sind nach wie vor von den Beteiligten Gruppen des Buergerkriegs besetzt (FARC und Paramilitaer). Davon bekommt man als Tourist allerdings ueberhaupt nichts mit.
Am Freitg morgen standen wir dann endlich am Eingang des Tayrona Parque und haben uns von dort erstmal an die Kueste vorgekaempft. Von da aus fuehrt ein Weg ueber mehrere Stationen an der Kueste entlang bis nach Cabo San Juan de la Guía. Dieser Ort ist wirklich ein Zufluchtsort im lauten und aufregenden Kolumbien, an dem man sine Seele extrem baumeln lassen kann. Der Traum der Karibik, wie man ihn im Kopf hat wird hier Wirklichkeit. Das Blau des Himmels, das Grau der Felsen, das Gruen des Regenwalds, der gelbe Sand und das Tuerkis des Ozeans. Soo wunderbar!

Es gibt dort nur eine Art Campingplatz, in dem man in einem Zelt oder in einer Haengematte unterkommen kann. Die Haengematten befinden sich auf dem Gelaende oder in einer genialen Huette, sie sich auf einem Felsen direkt ueber dem Meer in der Bucht befindet (siehe erstes Foto). Leider gab es nicht mehr genuegend Platz, um in der Huette zu schlafen, und so mussten wir uns mit einer Haengematte auf dem Gelaende begnuegen, was unserer Anspruechen trotzdem mehr als gerecht wurde. Der Lebensstil in Cabo gefaellt mir sehr gut. Es gibt dort nur ein "Restaurant", das feste Essenszeiten hat. Somit essen immer alle Besucher (eigentlich nur Bagpacker aus Europa und Amerika) zusammen. Tagsueber gibt es eigentlich nicht viel zu tun. Man kann ein Buch lesen, sich an den Strand legen oder sich in die Haengematte legen und einfach nichts tun! Nach dem Abendessen um 7 ist es schon laengst dunkel und es bleibt einem eigentlich nicht viel uebrig als frueh schlafen zu gehen. Opa Bernhard gefaellt das ganz gut :> Schlafen in einer Haengematte ist uebrigens angenehmer als ich mir es vorgestellt habe. Ich habe eine sehr ruhige Nacht verbracht.

Den naechsten morgen haben wir uns am Strand getummelt und die unglaubliche Natur genossen. Dabei haben wir Margarita aus Cartagena getroffen, die auch an diesem Tag zurueck nach Santa Marta wollte und uns fuer den Rest des Wochenendes begleitete. Der Weg zurueck zur Strasse, den wir einschlugen, fuehrte uns ueber Auslaeufer der Sierra in ein Dorf der Tayronas. Das Dorf war eigentlich nicht sehr spektakulaer, da nicht mehr viel davon uebrig war. Der Weg dorthin fuehrte uns aber durch den schoenen Regenwald. Wir mussten eine ziemliche Strecke zuruecklegen und die Anstiege waren wirklich anstrengend. Die extremen Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit machten uns ganz schoen zu schaffen und man kommt aus dem Schwitzen einfach nicht raus!
Zurueck an der Strasse, nahmen wir spaet den Bus und checkten in ein anderes Hostel in Santa Marta: "La Brisa Loca". Ein ganz typisches und jedem zu empfehlendes Bagpacker Hostel. Dort begegnet man wirklich allen Stereotypen des Bagpackings. Und es macht soo viel Spass :)

Den Sonntag liessen wir ruhig angehen und besichtigten zusammen mit Margarita die Innenstadt von Santa Marta mit Kathedrale und das Sterbehaus von Simon Bolivar (er wollte alle Staaten Suedamerikas vereinigen). Sehr interessant diese Geschichtsstunde und der Eindruck des kolonial gepraegten Santa Marta.

Am Sonntag abend kehrten wir nach Barranquilla zurueck und am Montag hat meine neue Rotation in RCP (Reanimation Cardiopulmonal) angefangen. Das ist eigentlich ganz interessant und ich habe wieder ein bisschen mehr Motivation zur Uni zu gehen. Jetzt sind es auch nur noch unegfaehr 1 1/2 Monate bis zu den finals. Wie ich hoere faengt in Mainz das Semester bald an (muhahahahahahahaha)

Endlich bin ich im Besitz der Cedula de Extranjeria von Kolumbien! :) Jetzt fuehle ich mich zumindest als halber Kolumbianer.

Ein Eindruck aus der Universitaet. Entschuldigung an alle Feministinnen, die diesen Blog lesen, aber man versteht meinen Aufenthalt hier glaube ich weniger, wenn ich diesen Eindruck nicht teile. Das ist ungefaer auf der gleichen Ebene eines Sonnenuntergangs in Cabo oder die Innenstadt von Cartagena. Die Proportionen sind hier einfach andere (Sulivan wuerde sich ueber diese Einsicht unendlich freuen) :)





Liebe Gruesse nach Deutschland!!

Montag, 26. September 2011

Tag und Nacht, Kartoffelpueree.

Wann hat man sich in einer neuen Stadt eingelebt?

Wenn die Nächte zum Tag werden. Wenn man ab und zu auch die Witze der Professoren versteht. Wenn man Sonntage damit verbringt Musik zu hören. Wenn man sich uneingeladen auf fremden Wohnzimmer-Flur-Partys wieder findet und man sich trotzdem willkommen fühlt. Also ja, ich habe mich eingelebt. Lustig, dass es mir dabei fast genauso geht wie Berni: ich kenne mich in meiner Hood aus, mein Französisch wird immer besser und Spaß macht es mir auch. Aber leider habe ich immer noch große Schwierigkeiten Homer Simpson auf Québécois zu verstehen.

In den letzten Tagen war ich oft mit meinem Mitbewohner Émile unterwegs und wir haben viele lustige Sachen erlebt. Er kommt aus einem kleineren Ort in der Nähe von Québec City und spricht deswegen auch einen breiteren Akzent, als die meisten Leute aus Montréal. Cool ist auch, dass er Politik studiert und wir zusammen auf SciencesPo-only-Partys gehen können :)

Mit meiner Schwester Kati und ihrem Freund Helge habe ich noch einmal viel Neues in der Stadt gesehen. Besonders gut gefallen hat mir die Aufführung der 9. Sinfonie von Beethoven im neuen Konzertsaal des Orchestre symphonique de Montréal. Wir sind viel gelaufen, haben viel Kaffee getrunken (danke, Tim Hortons) und haben viel gelacht. Es war toll ihnen die Stadt zu zeigen und ich werde mich noch lange an unseren Urlaub erinnern!

Allmählich werden auch meine Kurse in der Uni interessanter. Besonders der Kurs über die Sicherheitspolitik im Nahen Osten. Allerdings lag der Schwerpunkt meines Auslandssemesters bisher überall nur nicht auf der Uni. Die ersten kleineren Abgaben stehen allerdings schon vor der Tür und die ersten Klausuren schreibe ich in einem Monat. Darüber werde ich sicher später noch mehr schreiben.
Aber nicht alles war die letzten Tage gut, schön und lustig. Leider muss man sich auch - oder gerade - im fernen Kanada mit dem Bafög-Amt auseinandersetzen. Es sind jetzt schon mehr als sechs Monate vergangen seitdem ich meinen Antrag gestellt habe und die Kreativität der Sachbearbeiter in Sachen Bescheinigungen und Bedingungen kennt keine Grenzen.





Lässige Alltagsfotos!

Der coolste T-Shirt-Laden der Welt.
Bedrohliches Tier 1.
Bedrohliches Tier 2.
Beethovens Neunte im neuen Konzertsaal.
Place des Arts, ohne Arcade Fire.
Place des Arts, mit Arcade Fire.
Émile und ich stiefeln zur Party.















Mehr Bilder könnt Ihr euch auf Flickr angucken. Ein kleines Youtube-Video habe ich auch hochgeladen.

Viele Grüße nach Deutschland, Kolumbien und an die in aller Welt verstreuten Maastrichter!