Wer es nicht gecheckt hat: Gibbi ist am Dienstag mit dem Flugzeug ueber Miami nach Kolumbien geflogen, damit wir hier eine Woche reisen koennen. Jetzt sind wir zusammen hier! Echt gut (ssccchhht)!
Leider hatte er 2 Stunden Verspaetung in Florida und dadurch musste ich laengere Zeit am Flughafen warten, die ich dazu nutzte die Horrornachrichten aus dem "el Heraldo" zu lesen. Dadurch hatte ich direkt ein paar nette Willkomensgeschichten fuer Gibbi.
Angekommen in der 88. Strasse zeigte Berni mir die Gegend, in der er wohnt und stellte mir seinen franzoesischen Mitbewohner vor. Wir kauften uns ein Bier am Kiosk und setzten uns auf die schotige Terrasse. Eine schoene Gegend mit Zaun, Security-Guard und Pool. Anschliessend sind wir mit dem Taxi zu einem Restaurant gefahren und haben mit seinem lokalen Freundeskreis den Geburtstag von seiner Madrina gefeiert. Bei einem weiteren Bier im gemuetlichen Wohnzimmer hatten wir endlich die Gelegenheit uns ueber unser Leben und die Welt auszutauschen.
Am naechsten Tag sind wir nicht zu frueh aufgestanden, weil Gibbi doch ziemlich fertig war von seiner langen Reise! Wir sind dann am spaeteren morgen meinen typischen weg zur Uni im Bus gefahren und haben uns mit Dominik dort getroffen, um unsereren alltaeglichen Saft in der Cafeteria zu trinken. Dann hab ich Gibbi noch den Campus gezeigt. Insbesondere war er von unserem Computerspiel-Raum (Zocker-Paradies) beeindruckt. Nach dem typischen "menu del dia" (Steak, Bohnen, Reis, Kochbanane) in der Mensa sind wir wieder nach Hause gefahren, weil wir am abend noch nach Cartagena weiterfahren wollten.
Ziemlich schnell wurde deutlich, dass es mit den Kolumbianern ein Verstaendigungsproblem auf Englisch gibt, weshalb ich eigentlich immer Uebersetzter spielen muss. Dadurch zieht Gibbi die Faeden eher im Hintergrund, chillig!
Nachdem wir die Stadt Carlos Valderramas hinter uns gelassen hatten, wurden wir im Bus visuell genoetigt "Predator" mit Arnold Schwarzenegger zu gucken. Irgendwann haben wir aufgehoert uns gegen den Film zu wehren und fieberten mit Arnie bis das Alien vernichtet war.
Auf der langen Fahrt vom Busbahnhof in die Innenstadt philosophierten wir ueber die kolumbianische Gesellschaft und entwickelten eine weitere Theorie: je waermer das Klima eines Landes ist, desto lethargischer ist dessen Bevoelkerung. Kolumbien ist jedenfalls sehr warm!
Angekommen am Stadtrand Cartagenas fielen uns besonders der stinkende Muell und die streunenden Strassenkoeter auf. In der Altstadt wurden wir aber durch die wunderschoenen Haeuser und Plaetze im Kolonialstil entschaedigt. In einer etwas dunkleren Ecke sprach uns jemand von der Seite an, was eigentlich nicht unueblich ist. Diesmal jedoch war es ein Polizist, der uns an die Wand stellte und auf gruendlich auf Drogen durchsuchte. Unser Geldversteck in der Hose konnten sie allerdings nicht finden! Zum Einschlafen lief uebrigens "Terminator" mit Arnold Schwarzenegger im Fernsehen :)
Am Donnerstag sind wir frueh aufgestanden, weil wir unbedingt den Tag an einem typischen karibischen Strand verbringen wollten. Der Taxifahrer lies uns am kleinen Anlegesteg fuer Einheimische raus, der stark vermuellt war und durch den gefangenen Fisch Voegelfamilien anlockt und daher zum Himmel stinkt. Leider legte das Schiff auch erst nach 2 Stunden ab (vorher sagte man uns eine halbe). Unterdessen vermeldete uns die Lokalzeitung, dass an eben jenem Steg am vorigen Tag ein Mann unter mysterioesen Umstaenden durch einen Elektroschock ums leben kam. Unschotig!
Jetzt muessen wir leider zum Busbahnhof, ohne bisher unser Ziel zu kennen. Von daher Forsetzung ueber Traumstraende, Pelikane und eine Dschungelfahrt im Mototaxi beim naechsten Mal!
Berni&Gibbi
3 Kommentare:
Crass.....
echt krass
diese Geschichten......
vor dem Zaun und hinter dem Zaun. Bernis durchlöcherte Hose liess mich die Wirklichkeit schon ahnen. Trotzdem wird es die Einheimischen vor dem Zaun abrupt aus ihrer Lethargie wecken, sobald sie eure europäische (nicht fischige) Duftnote wahrnehmen.
Sicher, der Polizist hat euch nichts in die Tasche geschoben? So machte man es mit Jaques in Goa. Für seine Eltern war das teuer. Andererseits wollen die Kinder indischer Polizisten auch mal sattessen. Dich, Gibbi, möchte ich erinnern: Taxifahrer machen manchmal Umwege durch weniger belebte Gegenden, besonders in Ländern, in denen Polizisten sich anderweitig engagieren müssen.
Schaust du lange genug das Elend, dann schaut das Elend zurück.
Wer aus der ersten in die dritte und vierte Welt reist, einigermaßen blond und blauäugig ist, sollte immer väterlichen Rat befolgen und sich außerhalb der Reichweite des security guards von einem "Padrino des Vertrauens" begleiten lassen und vielleicht auch vermeiden, sich mit Einheimischen in ungeliebter Sprache zu verständigen.
Dieses sei nur anfügt, damit wir noch viele und noch schönere Geschichten hier lesen können.
Habt eine vergnügliche und unbeschwerte Zeit.
Danke für Eure schönen Blog-Eintrag :-) Ich lesen sehr gerne von Euren kolumbianischen Erlebnissen und freue mich schon auf Eure Dschungel-Geschichten. Nehmt Euch vor Schlangen in Acht!
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