Dienstag, 24. Januar 2012

Kolumbien Teil 3

Fuer mich hat mit der Abreise meiner Geschwister vor 2 Tagen der 3. Teil meiner Kolumbienreise begonnen. Wir hatten eine tolle Zeit zusammen mit vielen Abenteuern und verschiedenen Menschen (allen voran Jupp aus Koeln und die Reise-Oma). Ich glaube wir sind uns naeher gekommen und ich bin mir sicher, dass wir immer aufeinander zaehlen koennen! :)

Eigentlich hatte ich vor Martina und Sigi den Blog schreiben zu lassen. Das hat allerdings mit meinen Power-Urlaub-Geschwistern nicht geklappt. Hier allerdings ein Ausschnitt aus Sigis Tagebuch:
"Nach den schoenen Tagen mit unseren Eltern zogen wir drei nun alleine los, um weitere Teile Kolumbiens unsicher zu machen. Zunaechst stande St. Marta und der angerenzende Nationalpark Parque Tayrona auf dem Programm.

Mit dem Bus von Cartagena aus ging es direkt ins Herz von St. Marta. Wie wir schon gehort hatten ist die Stadt selber nicht der Bringer. Lang nicht so schoen restauriert wir Cartagena und ohne den Charme von Bogotas Altstadt. Doch hat sie 2 entscheidende Vorteile:
- Man kommt von dort aus in den wunderbaren Nationalpark Parque Tayrona
- Es gibt das Partyhostal "La Brisa Loca" vor Ort

Da wir kein Zimmer in dem Partyhostal hatten (zu voll) und wir erst am naechsten Tag in den Natinalpark wollten, mussten wir uns zunaechst mit dem begnuegen, was wir hatten: Bier auf dem Balkon - auch nicht schlecht!

Nach einer doch etwas kurzen Nacht ging es dann in den Tayrona Park. Zu Fuss kommt man nach 2 Stunden an (!) wunderschoenen (!) Strand el Cabo de San Juan. Nach einigen Verwirrungen haben wir dann sogar Haengematten auf einer Klippe zwischen zwei Straenden bekommen - was dazu noch bei nahezu tagehellem Vollmond an zwei Naechten ueberwaeltigend war. Was wir leider nicht bedacht hatten war Schlafsaecke mitzubringen, von daher waren die Naechte doch recht kalt...
Der Rueckweg fuehrte uns ueber das "Pueblito" (= Doerfchen), was ehemals von Ureinwohner bewohnt war, jetzt aber nur noch aus Grudrissen besteht. Beeindruckend war der dichte Dschungel mit der entsprechenden Tiervielfalt mit vielen Voegeln, Schmetterlingen, Spinnen, Ameisen, ...

Nach einer weiteren Nacht in St. Marta (diesmal aber Partyhostel!) ging die Reise dann frueh morgens weiter nach Mompox... "



Von Mompox (die schoenste Kolonialstadt Kolombiens) ging es ueber San Gil (in der naehe die traumhaften Kolonialdoerfer Barichara und Guane) weiter nach Villa de Leyva (der wahrgewordenen Kolonialtraum). Frei nach dem Motto: Seen one Kolonialstadt seen them all.
Natuerlich ist schon etwas an diesen Reisefuehrerbeschreibungen dran. Wenn in Barichara die untergehende Abendsonne auf die Sandsteinfarbene Kirche "Catedral de la Inmaculada Concepción" scheint, dann kann man die Spanier und Sklaven auf dem Vorplatz foermlich sehen.

Zwischendurch hatten wir noch eine schlaflose Partynacht in Medellin mit Andrea, Lily und Live-Rockband.

Jetzt bin ich in Bogota und morgen ist mein Geburtstag hier. Dominik ist zum Glueck in Bogota und wir werden die Nummer 23 gebuehrlich feiern!!






Donnerstag, 5. Januar 2012

Logbuch Familienurlaub Kolumbien

Tag 1: Bogota, 27. Dezember, 2011

Nachdem Sigi seinen vergessenen Pass in Zùrich am 2. Weihnachtsfeiertag geholt hat und die dienstbeflissene Verwaltungsangestellte am Poppenhäuser Rathaus die Ersatzpässe für die abgelaufenen von Sigi und Vera am 27.12. um 8 Uhr ausgestellt hat, geht die Reise von Vati, Mutti, Sigi und Martina nach Bogota los!

Sie landen am Dienstag in Bogota nach 12 Stunden Flug um 19:30 und sehen auch sofort den wartenden Berni, der die Kolumbianer um Haupteslänge überragt.

Tag 2: Bogota, 28. Dezember, 2011

Fruehstueck am Kamin mit koestlichem Obstsalat un d frischem Guavensaft.
Unser Reisefuehrer Stefan holt uns vom Hotel ab. Wir fahren per funiculare auf den Montserrat, ein Berg mit Kreuzweg und beeindruckender Kirche. Ein toller Blick ueber die riesige Stadt. Besonders aber faellt die reiche, wunderbare Pflanzenwelt auf: Alle Pflanzen, die wir muehsam in Kuebeln im Sommer hegen und pflegen sind hier einfach in anderer Dimension und Qualitaet zu sehen!

Stefan fuehrt uns durch die Altstadt zum Goldmuseum, das modern und ansprechend aufgemacht ist. Beeindruckend, was es fuer Goldschaetze und meisterhafte Verarbeitung gab!

Salzkathedrale: Am Nachmittag fahren wir nach Zipaquira, 50 KM noerdlich von Bogota und laufen hinunter in ein Salzbergwerk. Auf dem Weg nach unten gehen wir an den Stationen des Kreuzweges in wunderbar illuminierte Nischen des Bergwerkes vorbei und kommen schliesslich zu einem riesigen Raum unten im Bergwerk, der als Kathedrale gestaltet ist mit uebergrossem, beleuchteten Kreuz vorne. Es ist das am tiefsten gelegene Kreuz der Welt! Die weisse Salzumgebung gibt dem ganzen eine besondere Atmosphaere.

Tag 3: Armenia, 29. Dezember, 2011

Da Kolumbien ja nicht nur für seine illegalen, sondern auch für seine legalen Exportgüter bekannt ist, ist ein Besuch in das Kafffeeanbaugebiet unbedingt zu empfehlen! Dass aber leider nicht alles ganz reibungslos geht haben wir ja schon erfahren...
Angekommen am Flughafen mussten wir leider feststellen, dass Bernis gesamte Flüge gecancelt worden sind, da er seinen ersten Flug von Barranquilla nach Bogota nicht wahrgenommen hatte und mit dem Busgekommen ist (danke Resiebüro: alles unter einer Buchungsnummer zu buchen war echt clever!). Nach kurzen Verhandlungen mit der extrem kompetenten Angeststellen von Avianca (die nationale Fluglinienkompetenz in Kolumbien) konnte Berni Business in einem Flug später nachfliegen.

Danach ging alles mehr oder weniger Reibungslos. Das Hotel (Hacienda Combia) wurde seinem Namen wirklich gerecht! Combia heisst sowas wie Aussichtspunkt in der alten indianischen Sprache und man konnte wirklich weit sehen und am Horizont aus den aufgespannten Hängematten die hohen Berge der Andenkordillieren bewundern - was für ein toller Ort!!

Die Entspannung dauerte nur kurz, da ich dann wieder mit meiner Lieblingsfluglinie telefonieren musste, um Bernis Flüge nach Cartagena zwei Tage später klarzumachen (seine ursprüglichen waren ja verfallen). 1,5 Stunden und 2 fähige Mitarbeiter später (so jur 5 numbers of reserwaition are: n like northpol, e like espana, ...; and jur credit card number is: 5 like the number - ?!?) - Berni war inzwischen auch da - waren die Flüge gebucht und ich konnte mir endlich ein Aguila in der Hängematte genehmigen - so lässt es sich dann doch aushalten!

Tag 4: Kaffeeplantage, Schmetterlingspark, Wachspalmen und Salento, 30. Dezember, 2011

Nach einem gemuetlichen Fruehstueck mit vielen leckeren Arepas, wurden wir mit einem Bus und unserem sehr redseligen kolumbianischen Guide Luis zu einer Kaffee Hacienda und Plantage gebracht. Dort wurden uns die Kaffeeproduktion und die dazugehoerigen Traditionen erklaert. Nach einer kurzen Verkoestigung mit sehr leckerem Kaffee ging es weiter in einen botanischen Garten und Schmetterlingspark. Die Schoenheit und Artenvielfalt waren sehr beeindruckend. Mittags assen wir Haehnchen auf Schubkarre, um dann die riesigen Wachspalmen an den Berghaengen hinter Salento zu bestaunen. Luis wollte unser Erlebnis ganz besonders gestalten, daher durften wir 5 Uebungen absolvieren, um die Pachamama (Mutter Erde) zu spueren: barfuss wandern, bewusst sehen, bewusst alle anderen Sinne nutzen, die Erde umarmen und ins Tal schreien. Ich glaube nicht alle wussten was sie davon halten sollten... Auch der mitgelaufene Strassenhund wunderte sich sicher.
Die letzte Station an diesem Tag fuehrte uns ins nahegelegene Salento, einem kleinen Dorf. Dort wurde Salsamusik live auf der Strasse gespielt und Martina durfte mehr oder weniger freiwillig eine kleine Salsastunde bei Luis nehmen. Erschoeft assen wir auf der Hacienda und spielte einige Runden Uno. Besonders angenehm war die Ruhe, da die anderen Gaeste die Fernbedienung des Fernsehers auf der gemeinsame Veranda nicht finden konnten (Vati hatte sie weit oben auf den Reciever gelegt).

Tag 5: Cartagena, 31. Dezember, 2011

Es gab mal wieder Stress mit den Fluegen, weil der Flug morgens von Armenia nach Bogota Verspaetung hatte und wir befuerchteten, dass wir den Anschluss nach Cartagena, unserem Silvester-Ziel, zu verpassen. Mit ein paar kleinen Zwiederattacken von Sigi und Vati haben wir den Flieger mitsamt Gepaeck aber doch noch bekommen.
Angekommen in Cartagena war natuerlich die Hitze erstmal der staerkste Eindruck. Nachdem wir in unserem sehr schoenen und gut-gelegenen Hotel (Alfizzzz) eingecheckt haben, mussten wir auch schon los zu unserem Sylvester-Dinner im Restaurant Plaza de Armas. Dort gab es viel Fisch und Fleisch. Die Musik im Aussenbereich war ziemlich laut.
Um 11 haben wir uns dann aufgemacht auf die Stadtmauer an der Promenade, um am Café del Mar ins Jahr 2012 zu starten. Mit 12 Trauben und einer Flasche Aguardiente war das ein unglaubliches Erlebnis!

Martina, Sigi und ich haben nachts noch die Riesenparty auf allen Strassen Cartagenas genossen. Mit viel Salsa und Jupp, dem Koelner Cartagena-Einwanderer war das ein Riesenspass. :)

Tag 6: La Boquilla, 01. Januar, 2012

Am Nachmittag fahren wir mit dem Taxi an den gut besuchten Playa El Paraiso und laufen 6 km am Meer entlang bis La Boquilla. Unser "Guide" Pepe, der sich zufällig zu uns gesellt hat, vermittelt uns eine Kahnfahrt in der Mangroven-Lagune von La Caimanera. Tolle Natur und teure Krabben bei seinem Schwager. Wir trinken noch ein Bier bei seinem "Ex-Schwiegersohn" und fahren mit dem öffentlichen Bus durch eine extrem arme und zugemüllte Gegend zurück nach Cartagena.

Tag 7: Cartagena, 02. Januar, 2012

Wie wir ja schon die Tage vorher festellen konnten ist Cartagena eine absolute Perle und jetzt schon eine meine Lieblingsstädte überhaupt! Die engen Gassen der Altstadt, das fröhliche Treiben der vielen Menschen im süamerikanischen Flair (und Temperaturen), die Mischung aus allen Hautfarben und Nationen (Weissbrote waren aber doch in der Minderheit) und all das eingeschlossen von den bewundernswerten Befestigungsanlagen ist einfach der Wahnsinn!

Da wir aber nicht nur blind durch die Stadt laufen, sondern alles aus den Augen eines Einheimischen wahrnehmen wollten, begaben wir uns mit Sebastián auf den Weg durch die Gassen. Nach einer kurzen Fahrt durch das ehemalige Hafenviertel (wahnsinnig grosse und schöne, leider zum Teil sehr verfallene Villen zeugen von dem Reichtum der Kaufleute zur Kolonialzeit) ging es zum ersten Höhepunkt: dem Kloster la Popa. Dieser strategisch wichtige Aussichtspunkt auf dem Hausberg von Cartagena wurde von jeher genutzt, um feindliche Schiffe früh zu erspähen und die Bewohner und die Truppen in der Stadt zu alarmieren. Jeder Angreiffer früher musste erst diesen Punkt einnehmen, um den Anfgriff auf die Stadt vom Landweg aus vorzunehmen.
Für mögliche Feinde Cartagenas (es gab viele: Corsaren, Piraten, die Engländer und nach der Unabhängigkeit sogar die Spanier) fingen hier aber die Hindernisse für eine Eroberung erst an. Neben der Unterwassermauer (!), die die schnellste Hafenzufahrt bis heute verschliesst und Schiffe zwingt den weiten Umweg um eine schwer befestigte Insel zu nehmen, sind die Mauern mit Kanonen gesäumt und ein grosses Kastell verschliesst den Eingang zur Stadt auf dem Landweg. Dieses Kastell war der zweite Höhepunkt der Tour. Neben den hohen Mauern und mehreren Verteidigungsringen sorgten dunkle Irrgänge, sehr hohe Stufen, viele Schiessscharten und steile Gänge für die schnelle Dezimierung der Angreifer. Besonders die Engländer unter Admiral Vernon bekam das zu spüren und mussten trotz einer Überzahl von 6:1 unverrichteter Dinge wieder heim zur Queen. All das haben wir auch schon morgens im sehr interessanten Marinemuseum erklärt bekommen.
Den Rest des Tages hörten wir Legenden zu den verschiedenen Strassennamen und liessen uns durch die Altstadt treiben. Besonders die Plätze mit den vielen Studenten und Touristen sind sehr stimmungsvoll.

Man kann es nur wieder sagen: Cartagena; eine echte Perle - ich werde wieder kommen...

Tag 8: Barranquilla, 03. Januar, 2012

Wir fahren ca. 2 Stunden von Cartagena nach Barranquilla, wo Berni uns seine neue Heimat zeigt. Zunaechst fahren wir hinauf in das Drehrestaurant eines grossen Hotels, um den Ueberblick zu bekommen. Die freundliche Bedienung, ein junges Maedchen, erklaert uns gerne, was wo liegt, besonders dem Berni :-).
Danach sehen wir das Krankenhaus, in dem er teilweise in der Ambulanz taetig war, sein sehr luxurioeser Wohnkomplex und schliesslich die Univ. dela Norte, wo er studiert hat. Alles vom feinsten, und wieder ueberall wunderbare Vegetation!!
Zum Mittagessen kehren wir ins Cueva ein, wo auch Garcia Marques und seine Freunde oft gegessen haben. Richtig feine karibische Kueche mit Meeresfruechten, Kokosreis und Obst.
Wir treffen Bernis Mitstreiter Dominik aus Mainz und kehren in eine interessante Eisdiele ein, wo es Eis mit geraspeltem Kaese gibt - mal was anderes!
Berni bleibt in Barranquilla, um einen Abschiedsgeburtstag zu feiern, und wir machen uns auf den Heimweg.

Tag 9: Islas del Rosario, 04. Januar, 2012

Der vorletzte Tag wurde endlich dazu genutzt das karibische Meer zu geniessen. Mit einem Schnellboot ging es bei wunderschoenem Wetter vom Hafen von Cartagena in Richtung Islas del Rosario. Endlich konnte man die Stadt vom Wasser sehen und sich ein Bild von den Festungsanlagen machen, die die Stadt Jahrhunderte lang geschuetzt hatten. Die Islas del Rosario sehen genau aus wie man sich die Karibik vorstellt, kleine Inseln wie Paradiese mit kristallklarem Wasser, Korallen, bunten Fischen und Bambushuetten mit Haengematten. Schnell entschieden wir uns fuer eine Schnorcheltour, die sehr schoene Eindruecke ermoeglichte. Nach einigen Stunden im Meer und auf der Insel bestiegen wir wieder das Boot und nahmen einen anderen Weg zurueck. Leider fuehrte dieser durch seichteres Wasser und der Kapitaen zeigte wenig Erfahrung mit den Gewaessern. Wir liefen auf und einige Passagiere mussten schieben, um das Boot wieder freizubekommen. Keine ungefaherliche Aktion, da die Stroemung sehr stark war. Zum Glueck blieb es bei einem glimpflichen Abenteuer. Zurueck in Cartagena assen wir in einem afrokolumbianischen Restaurant mit Live Musik und Tanz.

Tag 10: Terra Bomba, 05. Januar, 2012

Leider ist heute schon der letzte Tag unserer gemeinsamen Reise mit der ganzen Familie. Damit meine Eltern vor ihrem Alltag in Deutschland nochmal ein wenig relaxen konnten, fuhren wir zu einem nahegelegenen Strand. Auch dort gab es Einheimische, die ziemlich penetrant ihre waren feilboten, und um jeden Service (Transport, Getraenke, Stuehle) musste stark gefeilscht werden. Der Muell war auch wieder ziemlich praesent: Zwar nicht ganz so offensichtlich wie an den Strassen der Ausfallstrassen von Cartagena, aber doch vorhanden. Man merkt eben doch, dass man in einem 3.-Welt-Land mit viel Armut Urlaub macht. Aber das gehoert eben dazu.

Abends waren wir nochmal in unserem Lieblingsrestaurant "Bruschetta" auf der genialen Terasse im Innenhof essen. Es gab Fisch und Meeresfruechte.

Morgen gehts dann fuer Sigi, Martina und mich weiter nach St. Martha und fuer die Eltern nach Deutschland.

Abschliessen laesst sich sagen:

1. Wir haben einen tollen Familienurlaub gehabt und uns echt super verstanden.
2. Es gab sehr viel zu lernen ueber die Situation Kolumbiens und der Menschen hier. Vielleicht ja sogar mit take-home-Message
3. Meine Eltern fanden das Konzept des exotischen Urlaubs ueber Sylvester sehr gut. Was kommt naechstes Jahr? :>















Donnerstag, 29. Dezember 2011

À bientôt, Montréal! (1)

Draußen geht ein Schneesturm und es sind minus 20 Grad. Meine Zeit in Montréal ist vorbei und ich sitze schon im Bus nach New York, von wo aus ich morgen Nachmittag nach Düsseldorf fliege.

Es war eine tolle Zeit in einer facettenreichen Stadt. Das Leben im Winter ist hier ganz anders, als im Sommer. Kein Wunder, denn vor ein paar Monaten war es ja auch mehr als 50 Grad wärmer.

In den letzten Wochen habe ich viel für den GRE gelernt. Viel Mathe, aber auch viele nützliche Englischvokabeln. Ausgiebige Parties an den Wochenenden kamen trotzdem nicht zu kurz: party hard, study hard! ;) Einen Tag vor Weihnachten war es dann endlich so weit und ich war unglaublich erleichtert als ich es hinter mir hatte. Nebenbei standen nämlich auch fünf Klausuren auf dem Plan. Und so ging der Dezember sehr schnell vorbei.

In Erinnerung bleiben wird mir auf jeden Fall unsere kleine Hausparty, mit einer unglaublich betrunkenen Französin, einem US-Präsidentenkartenspiel und zwei kaputten Türen. Das hat Spaß gemacht!

Weihnachten war dann entsprechend entspannt. Fast alle, die ich kennen gelernt hatte, meine Mitbewohner und diejenigen, die ich schon aus Maastricht kannte waren schon nicht mehr in der Stadt. Tim (aus Maastricht) und ich, die Übriggebliebenen, schauten uns an Heiligabend ein Feuerwerk im alten Hafen an und gingen anschließend in den Gottesdienst in der Basilique Notre-Dame, einer der Hauptattraktionen der Stadt. Am nächsten Abend machten wir uns dann ein gemütliches Dinner, plus Wein und Star Wars. Ein solches Weihnachtsfest wollte ich schon immer mal erleben.

Ein schöner Abschluss für ein abwechslungsreiches Auslandssemester: ein wunderschöner Urlaub, eine neue Stadt und ein toller Sommer mit Julia im Juli und August. Heimischer Besuch von Kati und Helge, viele neue Leute, und ein verlängerter Festivalsommer im September. Ein bunter Indian Summer und ein abenteuerlicher Besuch in Kolumbien im Oktober. Viel besseres französisch, tolle Konzerte und Star Wars im November. Und schließlich Hausparties, Lernerei und ein wahrlich besinnliches und schneereiches Weihnachten im Dezember.

À bientôt, Montréal! Tu vas me manquer.

Sonntag, 18. Dezember 2011

Entonces que, Parcero?

Da bin ich mal wieder :)

Ich hatte in der letzen Zeit nicht viel Gelegenheit zu posten, da ich wirklich von der Aussenwelt abgeschnitten bin. Ich habe mein Ziel Salento erreicht und wohne in einem abgeschiedenen Hostel mitten in den Bergen zusammen mit einer sehr alternativen Community (angesagt ist: Yoga, Vegetarier-sein, Kiffen, Rituale mit Indigenen Schamanen) Ein weiterer Faktor, der mir sehr hilfreich dabei ist von der Welt abgeschiedenen zu sein, ist, dass ich mein Handy im Taxi in Medellin verlorenen habe. Ich aerger mich ueber mich selber und habe das Gefuehl ich werde es nie lernen meine sieben Sachen beieinander zu halten.

Fangen wir also in Medellin an: Es ist bisher mit Abstand die schoenste groessere Stadt Kolumbiens. Sie wirkt ein wenig aufgeraeumter und organisierter als alles andere was ich bisher gesehen habe. Es gibt eine U-Bahn, Taxameters und saubere Strassen. (Das ist allerdings sehr, sehr relativ zu sehen. Fuer jeden Menschen ohne Entwicklungslanderfahrungen waere es wahrscheinlich ein Drecksloch) Dieser Unterschied kommt wohl nicht zuletzt von der Bevoelkerung des departamentos Antioquia, den Paisas, die auch in Quindio, Rosalda und Caldas leben. Sie sind so ein bisschen die Deutschen Kolumbiens: Fleissig, sauber und durchstrukturiert.

Ich fange mal mit dem Spektakulaersten an, was ich in Medellin erlebt habe. Ein total unwirkliches Erlebnis! Das Tigre-Paw Hostel, in dem ich in Medellin residierte, hat eine Tour auf den Spuren von Pablo Escobar angeboten, DEM Drogenbaron Kolumbiens schlechthin. Wer seinen Wikipedia-Artikel liesst kommt sehr ins staunen. ("Das es sowas wirklich gibt?!") Wir sind also zu den verschiedenen Gebaeuden und Orten seines Wirkens in Medellin gefahren (Geheimversteck, Wohnhaus, Friedhof). Das besondere des ganzen war aber, dass inzwischen Pablo Escobars Bruder, Roberto Escobar, in seinem Haus wohnt. Wir standen also im Wohnzimmer Pablo Escobars, das gespickt ist mit Einschussloechern, und konnten uns von Roberto Fragen beantworten lassen. An der Wand hinter ihm hing das Wanted-Poster mit dem Kopfgeld, das auf die beiden Brueder ausgesetzt war: 10.000.000 US-Dollar. Und er vor uns in Lebensgroesse, allerdings fast blind und taub durch eine Autobombe. Unglaublich!

In Medellin ist unsere Gruppe auf 6 Mitglieder angewachsen: Alice, Dilara, Abelardo, Jorge und Andrea und wir sind alles zusammen zu einem Filmfestival in Santa Fe de Antioquia gefahren. Unsere Gruppe war sehr entspannt und wir hatten zwei schoene Tage dort mit interessanten Filmen und einer sehr ausgelassenen Stimmung in der Stadt.

Von dort habe ich mich dann am Sonntag endlich auf den Weg gemacht, um zu meinem Traumziel, der Zona Cafetera zu kommen. Hier habe ich in meinem Eco-Hostel eingecheckt und habe ein sehr nettes Maedchen mit Namen Ana aus Armenia kennengelernt. Die Haelfte der Tage habe ich die Umgebung Salentos kennengelernt (Cafe-Tour & Valle de Cocora) und den Rest der Tage war ich mit Ana die verschiedenen Sehenswuerdigkeiten von Armenia bestaunen (Parque de la Vida, das Mariposario und den Parque Nacional de Cafe). Was fuer eine enstpannte und gleuckliche Zeit! (oder in Paisa-Espaniol: Que Chimba!)

Ich hatte eine tolle Zeit in Salento und bin inzwischen wirklich im Reiserhythmus drinnen. Das macht soo viel Spass :)









Dienstag, 6. Dezember 2011

Je ne regrette rien

Das ist es jetzt also gewesen, mein Auslandssemester in Barranquilla. Ich glaube es wird sehr, sehr lange unvergesslich in meiner Erinnerung bleiben.

Weil Gibbi mir die Daumen gedrueckt hat sind die Klausuren ganz gut gelaufen. Ich habe alle Kurse ausser einem bestanden und bin sehr zufrieden mit meiner Leistung! Dafuer drueck ich dir zurueck die Daumen fuer deinen GRE-Test.

Der Abschied aus Barranquilla war ziemlich traurig und ich konnte mich nicht so gut von meiner zeitweiligen Heimat trennen. Ich habe dort doch viele Sachen sehr lieb gewonnen.

Inzwischen bin ich im kaelteren Klima in Medellin angekommen, was mir gut tut. Die Stadt ist sehr schoen und ganz anders als Barranquilla. Ich habe unter anderem gesehen: Die dicken Skulpturen Boteros, den Parque Arvi und die Spuren des Mafia-Bosses Pablo Escobar (wir haben uns doch tatsaechlich mit seinem Bruder unterhalten)

Entgegen allen Erwartungen habe ich schon Wegbekanntschaften gemacht und war in den letzten Tagen unterwegs mit: Alice, eine Anwaeltin aus Barranquilla, und Nick, ein Feuerwehrmann aus San Francisco.

Leider muss ich sagen, dass mir die Backpacker-Community ziemlich auf den Wecker geht und so ziemlich alle Vorurteile bestaetigt: Es sind viele Australier und Amerikaner unterwegs, die irgendwie den Sinn des Reisens nicht verstanden haben.

Positiv: Ich mache mich bald auf den Weg in die Zona Cafetera und will endlich nach Salento kommen, dem Paradies fuer jeden, der ein wenig zur Ruhe kommen will und Zeit fuer sich braucht.

Samstag, 12. November 2011

Meine letzten Wochen in der Uni

Nach der tollen Woche Urlaub mit Gibran, ist die Uni in den letztem 2 Wochen wieder weitergelaufen. Ich habe zurzeit Kardiologierotation im Krankenhaus Ninio Jesus, das gar nicht so weit weg von unsere Wohnung ist. Unsere Professorin ist sehr kompetent und macht eine verstaendliche Visite und guten Unterricht. Ich kann inzwischen eigentlich alles verstehen und nehme wirklich etwas fuer mein Studium mit. Das hat aber auch gedauert!
Jetzt bin ich auch viel mehr in der Uni und bei meinen Kommilitonen angekommen. Ich bin nicht mehr neu und verstehe die ganze Organisation viel besser. Jetzt sind es aber auch nur noch 3 Wochen. Naja so ist das oefter: Wenn man einmal richtig drinnen ist, dann ist es auch bald schon wieder vorbei.
Ich habe naechste Woche eine wichtige Praesentation, um meinen Antibiotikakurs zu bestehen und am 25. und 30. November sind meine Finals fuer Innere Medizin. Dafuer muss ich mich dann auf jeden Fall hinsetzen und lernen!



Am letzten Wochenende ist zufaellig ein Mainzer hier auf unsere Couch gecrasht und wir haben ein bisschen sightseeing gemacht. Christoph ist ein Freund von einem Komilitonen hier in der Uni, der nach Barranquilla gekommen ist um Leute zu besuchen, aber keine Unterkunft hatte. Zusammen haben wir eine coole Tour auf Motorraedern zum "Bocas de Cenisa" gemacht, der kleinen Landzunge zwischen dem karibischen Meer und dem Rio Magdalena, bevor er muendet. Das war wirklich eine tolle Tour und hat mir eine Seite von Barranquilla gezeigt, die ich so noch gar nicht kannte! Ausserdem waren wir noch im Museo del Caribe, das die Geschichte der karibischen Kueste von Kolumbien erzaehlt. Das Mueseum hat meine Erwartungen bei weitem uebertroffen. Besser als so manches deutsches Museum.

Am Montag war Feiertag und mein Mitbewohner Vincent, seine Freundin Paulina, Christoph, Dominik und ich haben uns zu einem nahegelegenen Vulkan aufgemacht auf dem man schlammbaden kann. Das Gefuehl im Schlamm zu sein war wirklich ein wenig seltsam, aber wir hatten sehr viel Spass zusammen. Danach konnte man sich im See direkt daneben sauber waschen! Leider sind die Schlammbilder von uns nicht auf meiner Kamera. Dafuer allerdings ein paar Kolumbianer, die sich den Spass gemacht haben verschlammt eine Runde auf dem Motorrad zu drehen. Bilder lade ich noch hoch!
Wir hatten den Weg nach Hause nicht so richtig geplant und haben es per Anhalter an der Strasse versucht. Das war nicht so von Erfolg gekroent und so sind Christoph und ich in das naechste Dorf mit einem Motorradfahrer gefahren und haben uns von einem alten Kolumbianer in seinem alten Renault bis zur naechsten Strasse, wo der Bus fuhr, fahren lassen. Dort haette uns fast eine Polizeistreife bis nach Barranquilla genommen, aber dann ist der Bus doch noch gekommen. Wieder so ein typisches Backpackererlebnis. Das macht schon viel Spass!

Gestern bin ich mit Dominik zusammen ins Stadion zum Laenderspiel gegen Venezuela gefahren. Zurzeit sind Weltmeisterschaftsqualifikationsspiele fuer Brasilien 2014. Ins Stadion passen 65.000 und das beinahe ausverkaufte Stadion war in das gelb der kolumbianischen Trikots getaucht. Tolle Stimmung!
Am Dienstag gehts hier gegen Argentinien und wir kommen in den Genuss Messi live zu sehen :)

Wie es der Zufall so will ist meine Cousine Inge naechste Woche hier an der Karibikkueste in Kolumbien unterwegs (wir hatten uns damals schon zufaelligerweise getroffen, als wir beide in Shanghai waren. Otti war allerdings damals noch mit dabei). Sie wird mit ihrer Freundin Annabel hier unter der Woche eintrudeln und wir werden ein bisschen die Gegend unsicher machen. Ich freu mich schon!

Ich bin gerade dabei zu packen, um mich uebers Wochenende auf nach Venezuela zu machen. Ich habe naemlich mein Studnetenvisum nur bis Ende November und da liegen auch meine Klausuren. Es sit schwer sich ein Touristenvisum hier in Barranquilla zu beantragen, am einfachsten ist es das Land zu verlassen und wieder einzureisen. Deshalb fahre ich jetzt nach Venezuela mit dem Ziel Coro. Ein Kolonialstaedtchen mit Nationalparks in der Naehe. Am Montag ist in Kolumbien Feiertag!

Liebe Gruesse nach Deutschland,
Berni



Achtung Ameisenbaer!!!

Donnerstag, 3. November 2011

Paradies, Strapazen & das große Ganze

Von Minca aus machten wir uns auf den Weg zum Parque Nacional Tayrona. Dort angekommen fing es stark an zu regnen und man sagte uns, dass das erst der Anfang sei und wir mit länger anhaltendem Regen rechnen sollten. Trotzdem entschieden wir uns erst einmal mit einem Kleinbus weiter hinein zu fahren und uns dann den zweistündigen Fußmarsch zu starten. Wir hatten Glück, denn der Regen lies nach. Allerdings war nun ein Großteil des Weges verschlammt. Wir kämpften uns also unter widrigen Bedingungen durch den Dschungel, über Felsen und durch das Wasser. Ab und zu lichtete sich der Wald und man hatte einen atemberaubenden Blick auf das Meer und entlang der Küste. Teilweise führte der Weg auch am Strand selbst vorbei, mit dem Dschungel und einem tollen Bergpanorama im Hintergrund. Wir waren noch mitten im Dschungel als es langsam dunkel wurde und wir nicht mehr sehen konnten welche exotischen Tiere (wie z.B. die "Schwein-Hase-Maus", die wir im Hellen entdeckten) und Pflanzen sich um uns herum befanden. Fragen wie "meinst du es gibt hier Schlangen?" und Antworten wie "wenn ich eine Schlange wäre, fänd' ich es hier nicht so schlecht" trugen zwar nicht gerade zur Beruhigung bei, aber wir meisterten auch diese haarige Situation und kamen schließlich - bis auf ein paar Kaktusstacheln in meinen Fingern - heil und vermatscht am Strand-Hostel an.

Wir schliefen in einer Hängematte auf einem Felsen, der sich inmitten einer wunderschönen Bucht befand. Am Horizont gewitterte es lautlos, nur die Wellen waren zu hören. Wir wurden vom Sonnenaufgang über dieser paradiesischen Umgebung des Meeres, des Sandstrands, der Felsen, der Palmen und des mit Regenwald bedeckten Gebirges geweckt und konnten unsere strapazierten Seelen bei einem Bad im Meer mal so richtig baumeln lassen. Von hier aus machten wir uns schließlich wieder auf den Weg nach Barranquilla. Drei wichtige Dinge kann ich nun aus Kolumbien mit nach Kanada bringen:

Erinnerung.
Wir erinnerten uns viel an unsere gemeinsame Zeit in der Schule. Schon witzig wie man die Schulzeit mit ein paar Jahren Abstand sieht. 

Erlebnis.
Die eine Woche in Kolumbien war ein großes Erlebnis für mich. Nicht nur, weil ich Berni in seiner Hood besucht habe, sondern vor allem wegen der atemberaubenden Natur im Kontrast zum Chaos und der Armut in der Stadt. Wie ich es erlebt habe wohnt Berni in einem etwas vom Rest der Gesellschaft isolierten Viertel, in dem es große Wohnhäuser, Zäune, Security-Guards und eine Shopping-Mall gibt. Andere Teile Barranquillas (die ich nur vom Bus aus gesehen habe) und die anderen Städte, in denen wir zusammen waren, zeigten mir die andere Seite Kolumbiens. Die Armut ist praktisch allgegenwärtig, es ist dreckig, die Infrastruktur funktioniert zwar, ist aber für europäische Verhältnisse sehr chaotisch. Die Einkommen in Kolumbien sind sehr ungleich verteilt - so ungleich wie nur in sehr wenigen anderen Ländern. Und trotz des Unbehagens, die diese Situation mit sich bringt, kann man sich in diesem Land sehr wohl fühlen. Der Regenwald, das Meer, und die ehrlich gemeinte Freundlichkeit der Menschen waren sehr bemerkenswert.

Aussicht.
Weil wir die ganze Zeit zu zweit unterwegs waren, hatten wir viel Zeit uns auszutauschen. Unsere Unterhaltungen waren besonderes wertvoll für mich, weil Berni und ich uns einerseits sehr gut kennen (und wir auch viele Dinge ähnlich sehen), uns aber andererseits nicht oft sehen. So konnte ich Abstand von meinem Alltag nehmen und alles mal wieder mit anderen Augen betrachten.


Zum Abschluss noch ein paar Bilder aus der letzten Woche:


























 Mehr Bilder könnt ihr hier sehen.

Sonntag, 30. Oktober 2011

Das ausgekluegelte Netzwerk der kolumbianischen Terrorstechmuecken

Es ist jetzt Sonntagmorgen und Gibbi und ich sitzen nach unserem Arepa-Fruehstueck in unserem malerischen Berghostel oberhalb von St.Marta in der Sierra Nevada. Das ist eins der allerschoensten Hostels in der Geschichte dieses Blogs: Umgeben vom Dschungel inkl. Kolibris&Kaffeepflanzen, Blick auf St.Marta mit karibischem Meer und Bergpanorama.

Aber zurueck zum Bootssteg vor 2 Tagen: Nach der 2-stuendigen Verzoegerung sind wir in unserer erstaunlich schnellen Nussschale aus dem Moloch an den karibischen Traumstrand Playa Blanca geduest. Dort kamen wir in der der Cabania von Hugo in 2 Haengematten, 15 Meter vom Strand entfernt, unter. Den Tag vergammelten wir am Strand und im badewanne-warmem Meer. Wir genossen eine Kokusnuss, Fisch mit Kokosreis&Patacones und liessen den Tag wie Piraten mit einer Flasche Rum ausklingen. Wir unterhielten uns noch bis spaet in die Nacht.

12 Stunden schliefen wir diese Nacht. Wir wachten mit lautem Wellenrauschen auf und schauten uns in unserer kleinen Huette um. Mindestens drei Tierarten hatten uns in der Nacht besucht: ein grosser Frosch, ein Krebs (die Spuren im Sand verrieten ihn) und die Urlaub machenden Strassenhunde. Per Moto-Taxi machten wir uns dann auf den Weg Richtung Cartagena. Die Fahrt fuehrte durch den Dschungel, durch riesige Matschpfuetzen und vorbei an kleinen Doerfern. Anschliessend stiegen wir wieder in eine Nussschale, um einen kleinen Kanal zu ueberqueren und fuhren dann von dort aus weiter mit dem Bus. So viele unterschiedliche Verkehrsmittel zu benutzen macht das Reisen zu einem abwechslungsreichen Erlebnis und ermoeglicht Kontakt mit den Kolumbianern.

Nachdem wir uns wegen der weiten Fahrt und den relativ hohen Kosten gegen einen Ausflug nach Medellin entschieden hatten, nahmen wir den Bus von Cartagena aus nach Santa Marta und kamen dort nachts in einem richtig tollen Hostel an. Am Morgen genossen wir den Kaffee auf der Terrasse und ein tolles Fruehstueck in der Bar.
Wir entschieden uns am morgen die Statue des Fussballgotts Carlos Valderrama am Stadion von Santa Marta zu besichtigen, der hier in Kolumbien als Nationalheld gefeiert wird. Die Haare wurden mit Metall-Federn angefertigt. Sehr lebensnah :)
Danach haben wir uns mit Verpflegung im Supermarkt "Exito" eingedeckt und sind ueber den Zentral markt von Santa Marta zum Ort an dem der Bus losfaehrt gelaufen. Auf dem Markt erfuhren wir die unterschiedlichsten Sinneseindruecke (nicht nur positive) und waren froh als wir uns auf den Weg ins idyllische Bergdorf Minca machen konnten.

Hier sind wir jetzt und planen gerade eine Tour zum Wasserfall!

Samstag, 29. Oktober 2011

This is SO going in my blog!

Wer es nicht gecheckt hat: Gibbi ist am Dienstag mit dem Flugzeug ueber Miami nach Kolumbien geflogen, damit wir hier eine Woche reisen koennen. Jetzt sind wir zusammen hier! Echt gut (ssccchhht)!
Leider hatte er 2 Stunden Verspaetung in Florida und dadurch musste ich laengere Zeit am Flughafen warten, die ich dazu nutzte die Horrornachrichten aus dem "el Heraldo" zu lesen. Dadurch hatte ich direkt ein paar nette Willkomensgeschichten fuer Gibbi.
Angekommen in der 88. Strasse zeigte Berni mir die Gegend, in der er wohnt und stellte mir seinen franzoesischen Mitbewohner vor. Wir kauften uns ein Bier am Kiosk und setzten uns auf die schotige Terrasse. Eine schoene Gegend mit Zaun, Security-Guard und Pool. Anschliessend sind wir mit dem Taxi zu einem Restaurant gefahren und haben mit seinem lokalen Freundeskreis den Geburtstag von seiner Madrina gefeiert. Bei einem weiteren Bier im gemuetlichen Wohnzimmer hatten wir endlich die Gelegenheit uns ueber unser Leben und die Welt auszutauschen.
Am naechsten Tag sind wir nicht zu frueh aufgestanden, weil Gibbi doch ziemlich fertig war von seiner langen Reise! Wir sind dann am spaeteren morgen meinen typischen weg zur Uni im Bus gefahren und haben uns mit Dominik dort getroffen, um unsereren alltaeglichen Saft in der Cafeteria zu trinken. Dann hab ich Gibbi noch den Campus gezeigt. Insbesondere war er von unserem Computerspiel-Raum (Zocker-Paradies) beeindruckt. Nach dem typischen "menu del dia" (Steak, Bohnen, Reis, Kochbanane) in der Mensa sind wir wieder nach Hause gefahren, weil wir am abend noch nach Cartagena weiterfahren wollten.
Ziemlich schnell wurde deutlich, dass es mit den Kolumbianern ein Verstaendigungsproblem auf Englisch gibt, weshalb ich eigentlich immer Uebersetzter spielen muss. Dadurch zieht Gibbi die Faeden eher im Hintergrund, chillig!
Nachdem wir die Stadt Carlos Valderramas hinter uns gelassen hatten, wurden wir im Bus visuell genoetigt "Predator" mit Arnold Schwarzenegger zu gucken. Irgendwann haben wir aufgehoert uns gegen den Film zu wehren und fieberten mit Arnie bis das Alien vernichtet war.
Auf der langen Fahrt vom Busbahnhof in die Innenstadt philosophierten wir ueber die kolumbianische Gesellschaft und entwickelten eine weitere Theorie: je waermer das Klima eines Landes ist, desto lethargischer ist dessen Bevoelkerung. Kolumbien ist jedenfalls sehr warm!
Angekommen am Stadtrand Cartagenas fielen uns besonders der stinkende Muell und die streunenden Strassenkoeter auf. In der Altstadt wurden wir aber durch die wunderschoenen Haeuser und Plaetze im Kolonialstil entschaedigt. In einer etwas dunkleren Ecke sprach uns jemand von der Seite an, was eigentlich nicht unueblich ist. Diesmal jedoch war es ein Polizist, der uns an die Wand stellte und auf gruendlich auf Drogen durchsuchte. Unser Geldversteck in der Hose konnten sie allerdings nicht finden! Zum Einschlafen lief uebrigens "Terminator" mit Arnold Schwarzenegger im Fernsehen :)
Am Donnerstag sind wir frueh aufgestanden, weil wir unbedingt den Tag an einem typischen karibischen Strand verbringen wollten. Der Taxifahrer lies uns am kleinen Anlegesteg fuer Einheimische raus, der stark vermuellt war und durch den gefangenen Fisch Voegelfamilien anlockt und daher zum Himmel stinkt. Leider legte das Schiff auch erst nach 2 Stunden ab (vorher sagte man uns eine halbe). Unterdessen vermeldete uns die Lokalzeitung, dass an eben jenem Steg am vorigen Tag ein Mann unter mysterioesen Umstaenden durch einen Elektroschock ums leben kam. Unschotig!
Jetzt muessen wir leider zum Busbahnhof, ohne bisher unser Ziel zu kennen. Von daher Forsetzung ueber Traumstraende, Pelikane und eine Dschungelfahrt im Mototaxi beim naechsten Mal!
Berni&Gibbi