Sehr spannend letzte Woche war mein erster ernster Auftritt vor meinem Professor im Krankenhaus. Ich musste die komplette Krankengeschichte eines Patienten erstellen und ihn danach dem Prof vorstellen. Also bin ich sehr früh morgens mit Liz als Übersetzerin zu dem netten Herren mit einer Lungenerkrankung und wir haben zusammen die Anamnese gemacht. Ich hab mir jedes Detail haarklein notiert, damit ich mich später daran langhangeln konnte. Als wir allerdings später bei der Visite ins Zimmer kamen, habe ich den Patienten nicht wiedererkannt, unter anderem weil er eine Sauerstoffmaske bekommen hatte.. Ich hab dann zum Prof gesagt, dass mein Patient wahrscheinlich das Zimmer gewechselt hat, weil hier ein anderer Mann liegt. Liz hat mich dann zum Glück relativ schnell korregiert. Wie Peinlich :> Nach diesem etwas missglückten Einstieg lief es dann aber ganz gut, dafür dass es mein erstes Mal war und auch noch auf spanisch. Wohoo!!
Am Donnerstag war ich wieder in Galapa, dem kleinen Dorf in der Nähe von Barranquilla, in dem ich Zurzeit Rotation habe (das wird sich nächsten Monat ändern und ich werde in einem anderen Krankenhaus lernen). Es war ein ziemlich lustiges Erlebnis, da wir eine "Actividad Educativa" machen mussten. Das sieht so aus, dass wir vor den wartenden Patienten im Krankenhaus einen kurzen Vortrag über Tuberkulose halten mussten. Wie man sieht, durfte ich das Plakat halten (!) Das Publikum bestand aus ungefähr 20 kolumbianischen Rentnerinnen, die glaube ich hauptsächlich ins Krankenhaus gehen, um sich ein wenig die Zeit zu vertreiben. Für sie kam dieses Entertainment sehr gelegen und wir hatten viel Spaß :) Darüberhinaus finde ich die Sache sehr sinnvoll. Nächste Woche muss ich dann einen Vortrag halten, und zwar über die Gefährlichkeit von Schlangenbissen.
Fun fact: An der Uni gibt es extra 2 Angestellte, die dafür zuständig sind den Taxiverkehr vor der Uni zu regeln. Sehr amüsant^^
Als nächstes möchte ich gerne ein bisschen über die netten Menschen reden, die ich hier schon kennengelernt habe. Es hat sich inzwischen so ein bisschen ein Freundeskreis entwickelt, der mir sehr gut gefällt. Wir sind ungefähr hälfte-hälfte Kolumbianer und Intercambios, was sehr gut ist, da eigentlich immer spanisch gesprochen wird. Am Wochenende gehen wir immer alle zusammen feiern. Am Samstag hatten wir eine unvergessliche Nacht im "Casa de la Felizidad" (Das Haus von 4 Mexicanern, die eine Fete geschmisse haben)
Zu meinen Freunden gehören:
1. Meine Madrina Carolina. Ein sehr nettes Mädchen, das unglaublich viel Zeit investiert hat, um mir bei allen Startschwierigkeiten im Krankenhaus zu helfen, was auch für sie Neuland war. Jetzt verstehen wir uns super und unterhalten uns gerne mal über Gott und die Welt.
"El Equipo" von links nach rechts:
Vince: mein französischer Mitbewohner. Wir verstehen uns sehr gut und machen sehr viel zusammen. Zu Hause haben wir eine Gitarre und wir jammen ziemlich oft mal zusammen auf unserer Terasse. Sehr geil :>
Berni: Trottel, bei dem man die Boxershorts sehen kann.
Dominik: Politikstudent aus Mainz mit dem ich mich hier super verstehe. Er hat so ungefähr die gleichen Ansichten wie ich und es ist gut jemanden zu haben mit dem man sich ab und zu mal über seine Situation hier austauschen kann.
Jorge: Kolumbianer mit dem wir hier super viel machen. Er hat ein Auto und fährt uns überall rum :) Er hat 2 Semester in Frankreich studiert und macht deswegen gerne was mit uns!
Laura: Meine spanisch-Lehrerin hier in Barranquilla. Hat uuunendlich viel Geduld mit mir und wiederholt manche Sätze auch 6 mal für mich, bis ich sie endlich verstanden habe. Das ist Gold wert :)
Nächste Woche geht das Leben weiter. Am Dienstag muss ich einen Vortrag über COPD halten, eine Lungenerkrankungen, vor dem ich schon ein bisschen Bammel habe. Aber Liz wird mich da bestimmt durchschleifen :>
Liebste Grüße nach Hause,
Berni
Berni und Gibbi im Auslandssemester in Baranquilla (Kolumbien) und Montréal (Kanada).
Sonntag, 28. August 2011
Freitag, 26. August 2011
New York, New York
Julia ist wieder in Deutschland. Vor ihrem Rückflug verbrachten wir noch fünf schöne Tage inder Welthauptstadt New York.
Die Stadt ist ein Abenteuer. Wir verbrachten die fünf Nächte an vier unterschiedlichen Orten. Alles war dabei. Ein Zimmer in einem wenn überhaupt halblegalen, von Studenten betriebenen Hostel in Brooklyn, das wie ein Notunterkunft daher kam. Ein Mini-Zimmer in einem heruntergekommenen Hotel in der Upper West Side. Ein großzügiges Wohnzimmer mit Hund in einer WG in New Jersey. Und schließlich ein modernes dreieinhalb Sterne-Zimmer mit riesigem Bett, toller Aussicht und allem Drum und Dran in Midtown Manhattan. Trotz dieser riesigen Unterschiede haben alle Zimmer - bis auf das Wohnzimmer in New Jersey (Couchsurfing) - ungefähr gleich viel gekostet.
Wir ließen uns durch die facettenreichen Viertel treiben. An der Wall Street hielten wir Ausschau nach nervösen Bankern und bestaunten einen christlichen Prediger und mehrere Fernsehteams. Wir liefen vorbei am neuen World Trade Center-Komplex, dessen größtes Gebäude schon jetzt - zwei Jahre vor der geplanten Fertigstellung - größer ist als alle andere Wolkenkratzer in Manhattan. Man will ein eindeutiges Zeichen setzen. Von dem klaffenden Loch am Ground Zero, was wir vor zwei Jahren sahen, war fast nichts mehr zu sehen. Von der restaurierten alten High Line (Hochbahn) konnten wir in New Yorker Wohnungen gucken und die Stadt aus einer anderen Perspektive kennen lernen.
Und auf einmal waren unsere vier gemeinsamen Urlaubswochen vorbei. Noch ist es sehr ungewohnt morgens alleine aufzuwachen und abends alleine ins Bett zu gehen. Andererseits bleibt so aber auch mehr Zeit für mich selbst und für alte und neue Freunde. Mitte nächster Woche fängt dann auch die Uni an. Ich bin sehr gespannt!
Die Stadt ist ein Abenteuer. Wir verbrachten die fünf Nächte an vier unterschiedlichen Orten. Alles war dabei. Ein Zimmer in einem wenn überhaupt halblegalen, von Studenten betriebenen Hostel in Brooklyn, das wie ein Notunterkunft daher kam. Ein Mini-Zimmer in einem heruntergekommenen Hotel in der Upper West Side. Ein großzügiges Wohnzimmer mit Hund in einer WG in New Jersey. Und schließlich ein modernes dreieinhalb Sterne-Zimmer mit riesigem Bett, toller Aussicht und allem Drum und Dran in Midtown Manhattan. Trotz dieser riesigen Unterschiede haben alle Zimmer - bis auf das Wohnzimmer in New Jersey (Couchsurfing) - ungefähr gleich viel gekostet.
Wir ließen uns durch die facettenreichen Viertel treiben. An der Wall Street hielten wir Ausschau nach nervösen Bankern und bestaunten einen christlichen Prediger und mehrere Fernsehteams. Wir liefen vorbei am neuen World Trade Center-Komplex, dessen größtes Gebäude schon jetzt - zwei Jahre vor der geplanten Fertigstellung - größer ist als alle andere Wolkenkratzer in Manhattan. Man will ein eindeutiges Zeichen setzen. Von dem klaffenden Loch am Ground Zero, was wir vor zwei Jahren sahen, war fast nichts mehr zu sehen. Von der restaurierten alten High Line (Hochbahn) konnten wir in New Yorker Wohnungen gucken und die Stadt aus einer anderen Perspektive kennen lernen.
Und auf einmal waren unsere vier gemeinsamen Urlaubswochen vorbei. Noch ist es sehr ungewohnt morgens alleine aufzuwachen und abends alleine ins Bett zu gehen. Andererseits bleibt so aber auch mehr Zeit für mich selbst und für alte und neue Freunde. Mitte nächster Woche fängt dann auch die Uni an. Ich bin sehr gespannt!
| Das nächtliche Montréal. |
| Zugfahrt durch die Adirondack Mountains. |
| New Yorks Skyline. |
| Eine Predigt vor der Börse. |
| Das neue World Trade Center. |
| Spaziergang auf der High Line. |
| Das nächtliche New York. |
| Skypen vor der Skyline. |
Montag, 22. August 2011
Hogar dulce hogar - home sweet home
Liebe Leser.
Ich habe mir inzwischen eine Kamera gekauft und wollte euch die neuen Bilder auf keinen Fall vorenthalten :)
Der Blick aus unserem Wohnzimmer auf den Innenhof unseres Wohnblocks. Wie man sieht mit Schwimmbad und Fussballplatz. Das Gebäude ist umzäunt und es gibt einen Wächter, der aufpasst, dass nicemand fremdes das Gelände betritt.
Mein kleines Zimmer, in dem ich mich sehr wohl fühle. In der oberen Etage gibt es eigentlich nur Platz für ein Bett, das nicht genutzt wird.
Unser großes Wohnzimmer in dem wir an diesem Wochenende eine kleine Fiesta hatten! :>
Der Blick von unserer genialen Terasse, auf der wir abends öfter mal zusammen sitzen und noch ein Bierchen trinken.
Cucaracha hinter dem Sofa -.- Wir haben hier fast einen ganzen Zoo: Tauben und Fledermäuse leben unter dem Dach und im Zimmer von meinem Mitbewohner war in der letzten Nacht eine Ratte.
Leider ist das Dach auch undicht und wir haben wenn es stark regnet kleine Pfützen in den Zimmern. Dazu kommt, dass es hier bestimmt 2 mal in der Woche einen Stromausfall gibt, der auch mal 4 Stunden dauert. Das ist aber alles halb so schlimm, wie es sich anhört und unsere Wohnung ist für kolumbianische Verhätnisse sehr luxuriös und ich schäme mich ein wenig dafür solche Bilder hier hochzuladen.
Steht genau in der Mitte der Wohnung, damit man so wenig Zeit wie möglich verliert.
Meine Stamm-Panaderia, wo man mich schon mit Namen kennt und mit der Tochter verheiraten will :>
Das absolute Highlight dieser Bilder. Ich hab mich soo amüsiet, als ich dieses Bild an der Wand eines Restaurants gesehen habe.
Es gibt eigentlich ein ganz gutes Bild der kolumbianischen Esskultur und Geschichte. Auf dem Tisch im beschaulichen Dorf der indigenen Urbevölkerung wird ein überdimensionaler Hot-Dog und ein Hamburger serviert^^
Ich habe bisher den Eindruck bekommen, dass es hier eine ziemlich schlechte Esskultur gibt. Ich habe bisher sehr viel aus Amerika kopiertes Fastfood gesehen und wenig ursprüngliche Gerichte. Aber vielleicht ändert sich dieser Eindruck noch. Sehr lecker allerdings ist die riesige Fruchtauswahl.
Am Wochenende gab es einige Partys und heute habe ich mich davon ausgeruht. Morgen geht der Alltag im Krankenhaus weiter und ich bin für jede Herausforderung gerüstet! :)
Liebe Grüße nach Deutschland,
Berni
Ich habe mir inzwischen eine Kamera gekauft und wollte euch die neuen Bilder auf keinen Fall vorenthalten :)
Der Blick aus unserem Wohnzimmer auf den Innenhof unseres Wohnblocks. Wie man sieht mit Schwimmbad und Fussballplatz. Das Gebäude ist umzäunt und es gibt einen Wächter, der aufpasst, dass nicemand fremdes das Gelände betritt.
Mein kleines Zimmer, in dem ich mich sehr wohl fühle. In der oberen Etage gibt es eigentlich nur Platz für ein Bett, das nicht genutzt wird.
Unser großes Wohnzimmer in dem wir an diesem Wochenende eine kleine Fiesta hatten! :>
Der Blick von unserer genialen Terasse, auf der wir abends öfter mal zusammen sitzen und noch ein Bierchen trinken.
Cucaracha hinter dem Sofa -.- Wir haben hier fast einen ganzen Zoo: Tauben und Fledermäuse leben unter dem Dach und im Zimmer von meinem Mitbewohner war in der letzten Nacht eine Ratte.
Leider ist das Dach auch undicht und wir haben wenn es stark regnet kleine Pfützen in den Zimmern. Dazu kommt, dass es hier bestimmt 2 mal in der Woche einen Stromausfall gibt, der auch mal 4 Stunden dauert. Das ist aber alles halb so schlimm, wie es sich anhört und unsere Wohnung ist für kolumbianische Verhätnisse sehr luxuriös und ich schäme mich ein wenig dafür solche Bilder hier hochzuladen.
Steht genau in der Mitte der Wohnung, damit man so wenig Zeit wie möglich verliert.
Meine Stamm-Panaderia, wo man mich schon mit Namen kennt und mit der Tochter verheiraten will :>
Das absolute Highlight dieser Bilder. Ich hab mich soo amüsiet, als ich dieses Bild an der Wand eines Restaurants gesehen habe.
Es gibt eigentlich ein ganz gutes Bild der kolumbianischen Esskultur und Geschichte. Auf dem Tisch im beschaulichen Dorf der indigenen Urbevölkerung wird ein überdimensionaler Hot-Dog und ein Hamburger serviert^^
Ich habe bisher den Eindruck bekommen, dass es hier eine ziemlich schlechte Esskultur gibt. Ich habe bisher sehr viel aus Amerika kopiertes Fastfood gesehen und wenig ursprüngliche Gerichte. Aber vielleicht ändert sich dieser Eindruck noch. Sehr lecker allerdings ist die riesige Fruchtauswahl.
Am Wochenende gab es einige Partys und heute habe ich mich davon ausgeruht. Morgen geht der Alltag im Krankenhaus weiter und ich bin für jede Herausforderung gerüstet! :)
Liebe Grüße nach Deutschland,
Berni
Dienstag, 16. August 2011
Locombia (haha Wortspiel)
Da dieses Wochenende in Kolumbien ein verlängertes Wochenende war, habe ich die Chance genutzt und einen 3-Tagestrip nach Cartagena gemacht. Cartagena de Indias liegt ungefähr zwei Autostunden von Barranquilla enfernt, hat ungefähr eine Millionen Einwohner und ist das beliebteste Reiseziel in ganz Kolumbien. Es war ein tolles Erlebnis!
Wir fuhren insgesamt mit vielen Austauschstudenten, waren im Endeffekt aber mehrere kleinere Gruppen. Unsere Gruppe bestand aus Dominik (Mainzer Politikstudent), Vincent (mein Französischer Mitbewohne), Laura (eine Madrina hier) und ihre Freundin Pilar. Für uns war es unglaublich wertvoll mit Kolumbianerinnen unterwegs sein, denn so konnten sie als Führer, Händler und vor allem (!) als Sprachlehrerinnen fungieren. In unserem Hotel gab einen jungen, agressiven Tukan als Haustier. Chevere! (das Wort, was in jedem zweiten Satz vorkommt und soviel wie cool heisst)
Am ersten Tag regnete es leider sinnflutartig in Cartagena und wir mussten uns während der Urkundung der Stadt in Löchern in der Stadtmauaer verstecken. Das hat mir eigentlich sehr gut gefallen, dann man konnte den Blick aufs Meer von seinem geschützten Platz aus geniessen und seinen Gedanken ein wenig nachhängen.
Der Sonntag war sehr schon und wir verbrachten viel Zeit am Strand und beim Essen.
Wie man auf den nachfolgenden Bildern vielleicht ganz gut sehen kann, ist Cartagena eine Kolonialstadt. Man sieht den Einfluss der Spanier, die Cartagena als Hafen benutzten, um die wertvollen Schätze der Indios nach Europa zu bringen. Ausserdem setzte zudem fast jeder Sklave aus Afrika in Cartagena zum ersten Mal seinen Fuß auf den südamerikanischen Kontinent. Die Atmosphäre ist besonders in den Abendstunden magisch und es ist sehr schön ein wenig durch die engen Gassen zu spazieren. Über der Stadt erheben sich dann die Türme, der zahlreichen katholischen Kirchen, die man an jeder Ecke findet.
Zu jeder Zeit sind allerdings auch die traurigen Seiten der Stadt allgegenwärtig und es ist klar, dass man davon nicht unberührt bleibt; Armut ist überall offensichtlich, der Gestank und der Müll in einer Seitengasse verschlagen einem den Atem und es ist klar, dass das nur die Spitze des Eisbergs ist.
Eine Sache muss ich unbedingt noch loswerden. Wie es im Moment aussieht kommt meine Familie mich über Neujahr hier besuchen und wir machen zusammen eine Tour durch Kolumbien. Ich freu mich schon riesig und natürlich gibt es dann hier ein, zwei Posts mit der ganzen Familie :>
Liebe Grüße nach Deutschland. Besonders an alle meine guten Freunde, an die ich dieses Wochenende besonders gedacht habe,
Berni
PS: kurze Aufklärung des Wortspiels: loco = verrückt
Wir fuhren insgesamt mit vielen Austauschstudenten, waren im Endeffekt aber mehrere kleinere Gruppen. Unsere Gruppe bestand aus Dominik (Mainzer Politikstudent), Vincent (mein Französischer Mitbewohne), Laura (eine Madrina hier) und ihre Freundin Pilar. Für uns war es unglaublich wertvoll mit Kolumbianerinnen unterwegs sein, denn so konnten sie als Führer, Händler und vor allem (!) als Sprachlehrerinnen fungieren. In unserem Hotel gab einen jungen, agressiven Tukan als Haustier. Chevere! (das Wort, was in jedem zweiten Satz vorkommt und soviel wie cool heisst)
Am ersten Tag regnete es leider sinnflutartig in Cartagena und wir mussten uns während der Urkundung der Stadt in Löchern in der Stadtmauaer verstecken. Das hat mir eigentlich sehr gut gefallen, dann man konnte den Blick aufs Meer von seinem geschützten Platz aus geniessen und seinen Gedanken ein wenig nachhängen.
Der Sonntag war sehr schon und wir verbrachten viel Zeit am Strand und beim Essen.
Wie man auf den nachfolgenden Bildern vielleicht ganz gut sehen kann, ist Cartagena eine Kolonialstadt. Man sieht den Einfluss der Spanier, die Cartagena als Hafen benutzten, um die wertvollen Schätze der Indios nach Europa zu bringen. Ausserdem setzte zudem fast jeder Sklave aus Afrika in Cartagena zum ersten Mal seinen Fuß auf den südamerikanischen Kontinent. Die Atmosphäre ist besonders in den Abendstunden magisch und es ist sehr schön ein wenig durch die engen Gassen zu spazieren. Über der Stadt erheben sich dann die Türme, der zahlreichen katholischen Kirchen, die man an jeder Ecke findet.
Zu jeder Zeit sind allerdings auch die traurigen Seiten der Stadt allgegenwärtig und es ist klar, dass man davon nicht unberührt bleibt; Armut ist überall offensichtlich, der Gestank und der Müll in einer Seitengasse verschlagen einem den Atem und es ist klar, dass das nur die Spitze des Eisbergs ist.
Eine Sache muss ich unbedingt noch loswerden. Wie es im Moment aussieht kommt meine Familie mich über Neujahr hier besuchen und wir machen zusammen eine Tour durch Kolumbien. Ich freu mich schon riesig und natürlich gibt es dann hier ein, zwei Posts mit der ganzen Familie :>
Liebe Grüße nach Deutschland. Besonders an alle meine guten Freunde, an die ich dieses Wochenende besonders gedacht habe,
Berni
PS: kurze Aufklärung des Wortspiels: loco = verrückt
Sonntag, 14. August 2011
In Ontario
Ottawa ist vergleichbar mit Städten wie Bonn. Sie ist die Hauptstadt, hat aber nur ein paar Hunderttausend Einwohner und außer dem Regierungstrubel nicht viel zu bieten. In den letzten Jahren allerdings versuchte man die Stadt attraktiver zu machen, indem man das kulturelle Angebot verbesserte. So besuchten wir zum Beispiel das Canadian Museum of Civilization und lernten viel über die kanadische Kultur.
Torontos Downtown hingegen ist vergleichbar mit Manhattan. Wolkenkratzer verdunkeln die Straßenschluchten am Boden. Der 553m hohe CN Tower überragt alles und ist deswegen das Wahrzeichen der Stadt. Der Yonge/Dundas Square, auf dem wir uns ein nettes Indie-Konzert ansahen, sieht ähnlich aus wie der Times Square. In der Nacht ist hier fast so hell wie am Tag. Mit unserem Couchsurfing-Host Dustin, der mitten in Chinatown wohnt, gingen wir chinesisch essen - und wie! Menükarten auf den Tischen sind teilweise nur auf chinesisch, das Publikum ebenso. Und überhaupt ist Toronto eine Ansammlung von Menschen aller Farben und Formen.
An einem anderen Abend zeigte uns Dustin den riesigen Campus seiner Uni, der University of Toronto. Wir erzählten uns Geschichten über Kanada und Deutschland bei einem Bier und spazierten dann zu ihm nach Hause.
Das tollste an Toronto sind jedoch, wie Julia und ich finden, die Toronto Islands, eine Inselgruppe im Lake Ontario ein paar Hundert Meter vor der Küste. Gleich nach unserer Ankunft früh morgens nahmen wir die Fähre. Die zu diesem Zeitpunkt fast menschenleere Insel bot uns nicht nur einen grandiosen Blick auf Torontos Skyline, sondern auch einen wunderschönen Sandstrand mit Blick auf den See, der bis zum Horizont reichte. Hier ließen wir uns gerne die Sonne auf den Bauch scheinen.
Die Montmorency Falls, die wir letzte Woche gesehen hatten, sind beschaulich im Vergleich zu den Niagarafällen. Schon von Weitem hört man das Rauschen der Wasserfälle. Es war beeindruckend. Das Wasser peitschte uns ins Gesicht und wir waren froh um unsere Ponchos, die uns wie Pinguine aussehen ließen. Das Foto unten zeigt den kurzen Moment, als die Wolkendecke aufriss und Sonnenstrahlen die Fälle erhellten. Toll!
Zwischen unseren Ausflügen sind wir immer mal wieder ein paar Stunden oder Tage in Montréal. So habe ich jedes Mal den Vergleich mit anderen Orten in der Umgebung und so wird die Stadt und die Wohnung immer mehr zu meinem Zuhause. Meine Mitbewohner sind alle französischsprachig. Eine von ihnen kann sogar gar kein Englisch. Ich glaube zwar nicht, dass mein Französisch - so wie Bernis Spanisch - schon 5 mal besser geworden ist. Dafür kann ich mich bei wichtigen Dingen zu oft ins Englische flüchten. Aber 2,5 mal besser ist es schon geworden ;)
Bevor wir uns am Mittwoch auf den Weg nach New York machen, genießen wir jetzt noch ein paar gemeinsame, freie Tage in Montréal.
| Pause in Ottawa. |
| Ausblick von den Toronto Islands. |
| Die Toronto BlueJays in Aktion. |
| CN Tower. |
| Downtown Toronto von oben. |
| Sonnenstrahlen fallen auf die Niagarafälle. |
| Der Yonge/Dundas Square bei Nacht. |
Mittwoch, 10. August 2011
Clinica del Universidad del Norte
So, heute habe ich mir mal selber eine Pause verschrieben und kann mich ein wenig dem Blog widmen und ausruhen. Dabei bin ich auf die geniale Idee gekommen ein Bild von mir mit der Webcam zu machen :> So laufe ich also jeden Tag an der Universität und im Krankenhaus herum. Medizinstudenten haben Uniformpflicht und heben sich so von den anderen ab; ich finds eher lame.
Mein erster Tag im Krankenhaus verlief sehr gut, denn ich hatte viel Glück. Ich hatte vorher über mehrere Ecken ein Mädchen kennengelernt, die mit mir zusammen in der gleichen "Rotation" im Krankenhaus ist. Obwohl ich 10 Minuten zu spät in der Klinik ankam (mal wieder den falschen Bus genommen), hat Liz beim Eingang auf mich gewartet und dann auf die richtige Station geführt. Dort sind wir dann mit einem riesigen Tross (Professor, 2 Ärzte, 3 Praktikanten=PJler und 8 Studenten) auf Visite gegangen und ich habe so gut wie nichts verstanden. Interessant wars trotzdem :> Liz hat mir den ganzen Vormittag erklärt, was gerade so passiert und auf was ich noch achten muss. Mit ihrer Hilfe war alles viel einfacher!
Das Krankenhaus der Universidad del Norte ist übrigens ziemlich klein und extrem unrentabel. Es hat ungefähr 40 Betten, aber jede technische Ausstattung, die man sich vorstellen kann (OP, ICU, Baby-ICU, CT, Labor). Es wird hauptsächlich über die extrem hohen Studiengebühren hier finanziert. Die Atmosphäre im Krankenhaus ist sehr steril und ich würde mich als Patient dort sehr unwohl fühlen. Es gibt wenige Fenster, die Einrichtung ist sehr spärlich und es scheint ein kühles Licht.
Über das Gesundheitssystem brauche ich wahrsscheinlich nicht so viele Worte zu verlieren: Wer Geld hat darf zum Arzt.
Ein wenig Erasmus-Feeling gibts übrigens auch hier in Barranquilla. Wir sind insgesamt ungefähr 50 Studenten aus dem Ausland, davon 15(!) aus Deutschland. Weitere Austauschländer sind (in Reihenfolge der Anzahl der Studenten hier): Mexico, Frankreich, Spanien, Schweden, England, USA. Natürlich halten wir alle ziemlich zusammen und es gibt abends immer eine Möglichkeit etwas zu machen. Dazu hängen auch noch meistens die Madrinas (Mentorinnen) und Freunde von ihnen mit uns herum, so dass die Unterhaltungen meistens spanisch sind. Gut so!!
Jeden Dientag findet ein Tanzkurs nur für Austauschtunden statt, damit es nicht so peinlich ist. Wir hatten total viel Spaß zusammen und kolumbianischen Salsa gelernt. Ich hab wieder einmal festgestellt dass der anatomische Aufbau deutscher Hüften irgendwie anders sein muss, als der vom Rest der Welt.
Eine weitere Sache, die mir mal wieder sehr auffällt ist der Ausländerstatus, den wir hier alle geniessen. Auf der Straße bekommt man sehr neugierige Blicke zugeworfen und in der Uni werden wir regelmäßig angequatscht. Auch gestern im Krankenhaus war Ausnahmezustand, weil der deutsche Student da war. (Das erinnert mich übrigens total an meine Indien-Erfahrungen) Ich glaube, dass wir es dadurch wirklich leicht gemacht bekommen mit der Bevölkerung in Kontakt zu kommen und auch spanisch zu lernen. Es ist schon toll und macht auch viel Spaß. Für meine Begriffe hat es ein Austauschstudent aus Kolumbien schwerer in Deutschland zurechtzukommen.
Mein Leben wird in den nächsten Tagen, denke ich mal, in etwas ruhigeren Bahnen verlaufen und irgendwann fängt dann der Alltag auch hier an! Dann freue ich mich aber auf meine große Reise am Ende meines Aufenthalts hier, die ich jetzt schon kaum erwarten kann.
Liebe Grüße nach Deutschland,
Berni
Sonntag, 7. August 2011
Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah!!!
Hallo Leute!
Seit einer viertel Stunde sitze ich vor meinem Laptop und es gibt so viele, viele Dinge in meinem Kopf, dass ich überhaupt nicht weiß, wo ich anfangen soll.
Meine Reise hierher hat perfekt funktioniert. Im Flugzeug hatte ich viel Zeit um mir Gedanken zu machen und als wir in Madrid vom Rollfeld abhoben war es ein seltsames Gefühl den Kontinent Europa für eine so lange Zeit zu verlassen. In Barranquilla hat mich meine Madrina Carolina abgeholt (leider ohne Schild, wie ich mit das gewünscht hatte). Sie ist ein Schatz und hilft mir bei allen Schwierigekiten weiter!
Meine Wohnung ist ziemlich komfortabel. Ich wohne mit einem Franzosen (Vincent) und einem Uruguayaner (Gabriel) zusammen. Das allerwichtigste bei der Ausstattung unserer Wohnung sind die Ventilatoren und Klimaanlagen, denn es ist unglaublich heiss und schwül hier. Wenn man aus einem klimatisierten Raum ins freie tritt, fühlt es sich an als würde man gegen eine Wand laufen. Der zweitwichtigste Gegenstand der Ausstattung ist das Insektenspray. Wir haben relativ viele Kakerlaken in der Wohnung und die "kleinen" Freunde sind schon ziemlich unangenehm...
Die Universität hat ein bisschen was von einem Gefängnis. Nur reiche Menschen in Kolumbien können studieren und deshalb ist die Uni umzäunt und man wird genau überprüft wenn man die Uni betritt oder verlässt. Bisher hatte ich nur eine Veranstaltung, in der ich aber gleich einen Test schreiben musste. Ich hab ein bisschen abgeschrieben und ansonsten in der Reihenfolge A,B,C,D,E angekreuzt; also nicht viel anders als in Deutschland :>
Alle Medizinstudenten an der Uni Norte müssen eine ziemlich lame Uniform tragen. Ich hab davon jetzt auch ein Exemplar gekauft, bin aber kein richtiger Fan davon. Ab dieser Woche Dienstag werde ich jeden vormittag im Krankenhaus sein. Ich glaube das wird eine ziemliche herausforderung, denn wir bekommen Patienten und müssen sie dem Arzt bei der Visite vorstellen. Ich bin sehr gespannt!
Mein Spanisch hat sich in dieser Woche glaube ich um das 5-fache verbessert und ich versuche keine Gelegenheit auszulassen um über irgendetwas zu plaudern...
Leider habe ich natürlich nur wenig Zeit, um zu schreiben denn das Abendprogramm für heute abend steht steht jetzt an :> Mir geht es also sehr gut hier und niemand braucht sich sorgen zu machen.
Bis bald, Berni
Noch ein paar Bilder nachgereicht (und @Gibran: Nein, die hatte ich vorher schon verloren.. ):
Seit einer viertel Stunde sitze ich vor meinem Laptop und es gibt so viele, viele Dinge in meinem Kopf, dass ich überhaupt nicht weiß, wo ich anfangen soll.
Meine Reise hierher hat perfekt funktioniert. Im Flugzeug hatte ich viel Zeit um mir Gedanken zu machen und als wir in Madrid vom Rollfeld abhoben war es ein seltsames Gefühl den Kontinent Europa für eine so lange Zeit zu verlassen. In Barranquilla hat mich meine Madrina Carolina abgeholt (leider ohne Schild, wie ich mit das gewünscht hatte). Sie ist ein Schatz und hilft mir bei allen Schwierigekiten weiter!
Meine Wohnung ist ziemlich komfortabel. Ich wohne mit einem Franzosen (Vincent) und einem Uruguayaner (Gabriel) zusammen. Das allerwichtigste bei der Ausstattung unserer Wohnung sind die Ventilatoren und Klimaanlagen, denn es ist unglaublich heiss und schwül hier. Wenn man aus einem klimatisierten Raum ins freie tritt, fühlt es sich an als würde man gegen eine Wand laufen. Der zweitwichtigste Gegenstand der Ausstattung ist das Insektenspray. Wir haben relativ viele Kakerlaken in der Wohnung und die "kleinen" Freunde sind schon ziemlich unangenehm...
Die Universität hat ein bisschen was von einem Gefängnis. Nur reiche Menschen in Kolumbien können studieren und deshalb ist die Uni umzäunt und man wird genau überprüft wenn man die Uni betritt oder verlässt. Bisher hatte ich nur eine Veranstaltung, in der ich aber gleich einen Test schreiben musste. Ich hab ein bisschen abgeschrieben und ansonsten in der Reihenfolge A,B,C,D,E angekreuzt; also nicht viel anders als in Deutschland :>
Alle Medizinstudenten an der Uni Norte müssen eine ziemlich lame Uniform tragen. Ich hab davon jetzt auch ein Exemplar gekauft, bin aber kein richtiger Fan davon. Ab dieser Woche Dienstag werde ich jeden vormittag im Krankenhaus sein. Ich glaube das wird eine ziemliche herausforderung, denn wir bekommen Patienten und müssen sie dem Arzt bei der Visite vorstellen. Ich bin sehr gespannt!
Mein Spanisch hat sich in dieser Woche glaube ich um das 5-fache verbessert und ich versuche keine Gelegenheit auszulassen um über irgendetwas zu plaudern...
Leider habe ich natürlich nur wenig Zeit, um zu schreiben denn das Abendprogramm für heute abend steht steht jetzt an :> Mir geht es also sehr gut hier und niemand braucht sich sorgen zu machen.
Bis bald, Berni
Noch ein paar Bilder nachgereicht (und @Gibran: Nein, die hatte ich vorher schon verloren.. ):
Samstag, 6. August 2011
On the Road in Québec
Die Rückfahrt von unserem Trip durch den Osten Québecs ist ganz und gar anders als die Tage zuvor. Viel Verkehr herrscht auf dem Highway und der Himmel ist geradezu langweilig blau.
Das eher europäisch als amerikanisch anmutende Québec City war vom Sonnenuntergang in rot, gelb und orange angemalt. Ein Zufall ermöglichte es uns bei Jeanne (50) in ihrer wunderschönen Wohnung in der Altstadt unterzukommen. Wir konnten uns wie Zuhause fühlen. Neben den vielen Souvenirshops gab es auch sehr schöne Ecken in der Stadt. Zehn Kilometer außerhalb bestaunten wir schließlich die Naturgewalt des Wassers an den Montmorency Falls.
> erst feucht und bewölkt, dann sonnige 26°C
In Tadoussac sahen wir zwar keine Wale (was normalerweise der einzige Grund ist dieses Dörfchen zu besuchen), sondern wir spazierten durch kanadischen Wald, ließen uns von einheimischen Mücken stechen und genossen auf einer Lichtung die endlose Weite der Natur.
> nasskalte 14°C
Das Fischerdorf Percé mit 3000 Einwohnern war ein würdiges Ziel unseres Trips. Wir stiefelten am Strand entlang und erreichten - durch das Wasser stapfend - den riesigen, im Meer liegenden Kalksteinfelsen.
> Schäfchenwolken und traumhafte 30°
Bei dieser Reise galt allerdings auch einmal mehr: der Weg ist das Ziel. Auto, Zug, Schiff und Bus kamen für insgesamt mehr als 2.000 Kilometer zum Einsatz.
Unser Mietwagen ermöglichte uns in entlegene Gebiete zu gelangen und die Einsamkeit Kanadas selbst zu erfahren. Dabei blieben beunruhigende Nachtfahrten ohne Straßenbeleuchtung, ohne Spuren von Zivilisation und mit etlichen Vorsicht-Großes-Wildtier-kreuzt-Schildern.
Mit der Fähre fuhren wir zwei Mal. Beim ersten Mal erwarteten wir statt der Fähre eine Brücke und waren umso mehr überrascht, dass selbige noch abends um 11 fährt. Beim zweiten Mal schwankte die Fähre derart stark und war der Nebel derart dicht, dass uns bei dem Gedanken daran immernoch mulmig zumute wird.
Der 12-Stunden-Nachtzug von Trois-Pistoles nach Percé war schließlich ein Erlebnis für sich. Und das nicht nur weil wir für den Rückweg denselben Zug noch am gleichen Tag nahmen. Die fast durchweg eingleisige Strecke führte durch endlose Wälder, über hochgelegene Brücken, denen der Lokführer nicht mehr als 20 km/h zu traut und entlang am tiefblauen Wasser des Atlantiks. Fast ist wie nachts in der ARD, bei den schönsten Bahnstrecken der Welt.
Lange könnte ich noch erzählen über Dinge, die wir gesehen haben, Erfahrungen, die wir gemacht haben und Leute, die wir kennen gelernt haben... vielleicht ja in den nächsten Wochen, wenn bei mir Alltag einkehrt. Wir machen uns jetzt auf den Weg nach Ottawa und sind ganz gespannt auf die ersten Nachrichten aus Barranquilla!
Das eher europäisch als amerikanisch anmutende Québec City war vom Sonnenuntergang in rot, gelb und orange angemalt. Ein Zufall ermöglichte es uns bei Jeanne (50) in ihrer wunderschönen Wohnung in der Altstadt unterzukommen. Wir konnten uns wie Zuhause fühlen. Neben den vielen Souvenirshops gab es auch sehr schöne Ecken in der Stadt. Zehn Kilometer außerhalb bestaunten wir schließlich die Naturgewalt des Wassers an den Montmorency Falls.
> erst feucht und bewölkt, dann sonnige 26°C
In Tadoussac sahen wir zwar keine Wale (was normalerweise der einzige Grund ist dieses Dörfchen zu besuchen), sondern wir spazierten durch kanadischen Wald, ließen uns von einheimischen Mücken stechen und genossen auf einer Lichtung die endlose Weite der Natur.
> nasskalte 14°C
Das Fischerdorf Percé mit 3000 Einwohnern war ein würdiges Ziel unseres Trips. Wir stiefelten am Strand entlang und erreichten - durch das Wasser stapfend - den riesigen, im Meer liegenden Kalksteinfelsen.
> Schäfchenwolken und traumhafte 30°
Bei dieser Reise galt allerdings auch einmal mehr: der Weg ist das Ziel. Auto, Zug, Schiff und Bus kamen für insgesamt mehr als 2.000 Kilometer zum Einsatz.
Unser Mietwagen ermöglichte uns in entlegene Gebiete zu gelangen und die Einsamkeit Kanadas selbst zu erfahren. Dabei blieben beunruhigende Nachtfahrten ohne Straßenbeleuchtung, ohne Spuren von Zivilisation und mit etlichen Vorsicht-Großes-Wildtier-kreuzt-Schildern.
Mit der Fähre fuhren wir zwei Mal. Beim ersten Mal erwarteten wir statt der Fähre eine Brücke und waren umso mehr überrascht, dass selbige noch abends um 11 fährt. Beim zweiten Mal schwankte die Fähre derart stark und war der Nebel derart dicht, dass uns bei dem Gedanken daran immernoch mulmig zumute wird.
Wir erreichen die Küste von Trois Pistoles. Das Städtchen ist in tiefsten Nebel getaucht. Ich frage mich immernoch warum dieser Ort so heißt wie er heißt. Trois Rivières, zum Beispiel, bezieht sich auf drei Flussarme, die dort zusammen laufen. Sollte das etwa bedeuten, dass sich in Trois Pistoles drei bewaffnete Banden bekämpfen? Der Nebel, der den Ort durchzog, bestärkte mich in dieser Vermutung. Todesmutig stellten wir das Auto auf einem Parkplatz im "Stadtzentrum" ab und kehrten beim Italiener neben an ein. Auch hier herrschte eine verdächtige Ruhe. Pistolen waren allerdings weder zu sehen noch zu hören. Wir waren froh zwei Stunden später endlich in den Zug Richtung Percé einzusteigen und dieses Dorf hinter uns zu lassen.
Als wir 24 Stunden später wieder in Trois Pistoles eintreffen, ist die Stadt immernoch von Nebel bedeckt. Kein Mensch ist zu sehen, kein Auto parkt am Straßenrand. Es ist als ob jemand vergessen hätte das Licht über Trois Pistoles anzumachen.
Der 12-Stunden-Nachtzug von Trois-Pistoles nach Percé war schließlich ein Erlebnis für sich. Und das nicht nur weil wir für den Rückweg denselben Zug noch am gleichen Tag nahmen. Die fast durchweg eingleisige Strecke führte durch endlose Wälder, über hochgelegene Brücken, denen der Lokführer nicht mehr als 20 km/h zu traut und entlang am tiefblauen Wasser des Atlantiks. Fast ist wie nachts in der ARD, bei den schönsten Bahnstrecken der Welt.
Auf Nachfrage teilt uns der Schaffner mit, dass der Zug nun 1 Stunden und 50 Minuten Verspätung habe. "Sind die Züge in Deutschland etwa pünktlich?" Er lacht. Beim nächsten Halt trifft er sich wieder mit den anderen Bahnangestellten auf eine Zigarette außerhalb des Zugs.
Beim Abendessen im Speisewagen mit atemberaubendem Blick über die kanadische Landschaft lernen wir Liz kennen. Sie erzählt uns über das Zugfahren in Kanada. Im Winter sähe man statt der Landschaft rechts und links nur Schneewände. Ein vorausgehender Zug spiele Schneeschippe und der Weg sei frei für den Anderen. Unerwähnt bleibt, dass hier sowieso nur ein einziger Zug fährt. Vor ein paar Jahren hätten Sie die Strecke fast geschlossen, weil manchmal nur zwei Personen an einem Halt einsteigen, sagt Liz. Sie erzählt uns, dass sie einmal Freunde aus Toronto in ihre Ferienwohnung in der Nähe von Percé einlud. Sie wartete auf dem Bahnhof. Studenlang wartete sie, denn immer wieder kam der Bahnhofsmitarbeiter, der ihr mitteilte er habe gerade mit dem Schaffner telefoniert. Es dauere noch ein bisschen bis der Zug eintreffe. Liz blieb geduldig und freute sich als der Zug endlich am Bahnhöfchen in Percé ankam. Aufgeregt schaute sie immer wieder nach rechts und links, doch ihre Freunde aus Toronto waren nicht zu sehen. Was war passiert? Sind sie im Zug eingeschlafen? Oder vielleicht an der falschen Station augestiegen? Sie wusste es nicht und musste dabei zu sehen wie der Zug sich wieder in Bewegung setzte. Plötzlich aber, der Zug war nur einige Meter gefahren, hielt er wieder und aus der Tür stiegen ihre Freunde aus Toronto. Der Zug war einfach zu lang für diesen Bahnhof. Er musste zwei Mal halten.
Lange könnte ich noch erzählen über Dinge, die wir gesehen haben, Erfahrungen, die wir gemacht haben und Leute, die wir kennen gelernt haben... vielleicht ja in den nächsten Wochen, wenn bei mir Alltag einkehrt. Wir machen uns jetzt auf den Weg nach Ottawa und sind ganz gespannt auf die ersten Nachrichten aus Barranquilla!
Montag, 1. August 2011
From Poppi to Barranquilla
Jetzt ist der Tag also doch noch gekommen. Heute ist der 1. August und morgen um 7:45 überfliege ich den halben Erdball mit Station in Madrid und Bogota bis nach Barranquilla!
Wenn ich am Mittwoch aufwache, hat mein neues Leben als deutscher Austauschstudent in der fremden, neuen, kolumbianischen Stadt schon begonnen; mit allem was dazu gehört. Im Moment Stelle ich mir meine Situation ab Mittowch ungefähr so vor: Ich stehe verschwitzt und verzweifelt vor einer Kolumbianerin und versuche mit meinem semi-perfekten Spanisch herauszufinden, wo ich denn um alles in der Welt hin muss. Aber ich hab mir fest vorgenommen immer gelassen zu bleiben.
Der Abschied in der letzten Woche ist mir an mancher Stelle ziemlich schwer gefallen. Umso mehr freue ich mich, wenn ihr fleissig mitlest und manchmal einen Kommentar schreibt. Ich hoffe ihr findet unsere geniale Idee mit dem Doppel-Blog auch so lässig. (Liebe Grüße nach Montreal :>)
Damit also eine gute Nacht und bis nächste Woche in Barranquilla!
Wenn ich am Mittwoch aufwache, hat mein neues Leben als deutscher Austauschstudent in der fremden, neuen, kolumbianischen Stadt schon begonnen; mit allem was dazu gehört. Im Moment Stelle ich mir meine Situation ab Mittowch ungefähr so vor: Ich stehe verschwitzt und verzweifelt vor einer Kolumbianerin und versuche mit meinem semi-perfekten Spanisch herauszufinden, wo ich denn um alles in der Welt hin muss. Aber ich hab mir fest vorgenommen immer gelassen zu bleiben.
Der Abschied in der letzten Woche ist mir an mancher Stelle ziemlich schwer gefallen. Umso mehr freue ich mich, wenn ihr fleissig mitlest und manchmal einen Kommentar schreibt. Ich hoffe ihr findet unsere geniale Idee mit dem Doppel-Blog auch so lässig. (Liebe Grüße nach Montreal :>)
Damit also eine gute Nacht und bis nächste Woche in Barranquilla!
Abonnieren
Kommentare (Atom)

